Suchtmediziner Karsten Strauß warnt vor "guten Neujahrs-Vorsatz"
Alkoholkrankheit kann man nicht einfach ad acta legen
Gerade vor und zur Jahreswende steigt der Alkoholkonsum in Deutschland merklich. Viele Menschen mit riskantem oder bereits abhängigem Konsum wollen aber auch zum Jahresende eine Veränderung vornehmen.
Der Suchtmediziner Karsten Strauss warnt nun vor voreiligen Entschlüssen. „Morgen höre ich auf Alkohol zu trinken“ – sich zur Jahreswende eine Veränderung vorzunehmen ist löblich, aber meist schon nach wenigen Tagen eben nur ein Vorsatz, der nicht in die Tat umgesetzt wurde. Der Mediziner rät: „Machen Sie das nicht! Die Alkoholkrankheit ist eine Krankheit und die kann man nicht beliebig ad acta legen, wenn man sie nicht mehr haben will.“
Was Betroffene aber tun können: „Nehmen Sie sich vor, etwas zu ändern. Das ist für den Augenblick schon absolut ausreichend“, so der Arzt. Das nimmt den Druck und in einem Gespräch mit einem Fachmann lässt sich die momentane Situation besprechen und sinnvolle Hilfsangebote erörtern.
Wer mit der Menge seines Alkoholkonsums unzufrieden ist, sollte diesen überprüfen. „In einem ersten Schritt beispielsweise können Menschen, die sich im Umgang mit Alkohol nicht sicher sind, ihre Trinkgewohnheiten sechs Wochen lang täglich dokumentieren. Um diesen realistisch einzuschätzen, sollten sie sich in dieser Zeit mit dem Trinken nicht vorsätzlich einschränken“, sagt Karsten Strauß, „Sie erhalten so einen guten Überblick darüber, was sie tatsächlich konsumieren. Damit können sie dann zu einem Menschen ihres Vertrauens gehen, wenn möglich zu einem Fachmann, und die Sachlage diskutieren.“
(Quelle: Presseinformation Strauß und Partner)
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