Freitag, 10. Februar 2012

Sucht Info Schweiz:

Alkohol am Arbeitsplatz – ein stilles Tabu

Etwa fünf Prozent der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen sind alkoholabhängig. Kolleginnen und Kollegen im Umfeld sind oft verunsichert, wollen helfen, wissen aber meist nicht wie. Sucht Info Schweiz geht das Informationsdefizit mit gezielten Tipps und Hintergründen an.

Etwa jede zweite Person kennt jemanden mit einem Alkoholproblem. Alkoholprobleme sind auch in der Arbeitswelt eine Realität. Drei bis fünf Prozent der Berufstätigen sind laut Schätzungen alkoholabhängig. Arbeitskolleginnen und -kollegen sind oft mitbetroffen. Sie beobachten schleichende Veränderungen, eine verminderte Arbeitsleistung und neigen dazu, Versäumnisse zu kaschieren. Sie wollen helfen und leiden gleichzeitig unter der Situation. Wie können sie sich verhalten? Viele Mitarbeitende sind bei dieser Frage ratlos. Um das Informationsdefizit anzugehen, stellt Sucht Info Schweiz die wichtigsten Fakten in deutscher und französischer Sprache in einer neuen Broschüre und online zur Verfügung.

Sich selber schützen

Oft leugnen betroffene Menschen ihren problematischen Alkoholkonsum und sie tun alles, um die Folgen zu verbergen. „Wir wollen Mitarbeitende dazu motivieren, mit Rückmeldungen über ein geändertes Arbeitsverhalten nicht lange zuzuwarten und das Gespräch mit dem betroffenen Kollegen, der Kollegin zu suchen“, erklärt Dwight Rodrick, bei Sucht Info Schweiz für betriebliche Suchtprävention zuständig. Wichtig ist, Sorgen auszudrücken, eigene Beobachtungen und Wahrnehmungen zu schildern. Das Thema Alkohol muss dabei nicht im Zentrum stehen. „Mir liegt etwas an dir und ich sorge mich, weil ich meine, dass es dir nicht gut geht“, ist laut Dwight Rodrick eine Botschaft. Ein solches Gespräch kann Betroffene motivieren, sich mit ihrem Verhalten auseinanderzusetzen und gegebenenfalls Unterstützung zu suchen.

Präventionsprogramme

Sucht Info Schweiz rät, sich nicht zu sehr von den Problemen einer betroffenen Person vereinnahmen zu lassen, so schwierig dies manchmal ist. „Jemanden zu entlasten, indem man ihm oder ihr Arbeit abnimmt, löst das Alkoholproblem nicht“, ergänzt Rodrick. Eine Diagnose zu stellen und eine therapeutische Funktion zu übernehmen ist Aufgabe einer Fachperson. Für Sucht Info Schweiz sind betriebliche Präventions-programme unerlässlich. Sie erhöhen die Sicherheit, verbessern das Arbeitsklima und senken Kosten. Sie helfen Betroffenen, Mitarbeitenden und Vorgesetzten, die Probleme frühzeitig zu erkennen und zu handeln. Hilfe anzubieten und zu beanspruchen, wird so erleichtert.

Broschüre Alkoholprobleme am Arbeitsplatz: Hinweise für Mitarbeitende

Weitere Informationen: www.alkoholamarbeitsplatz.ch , www.alcoolautravail.ch
(Quelle: Medienmitteilung Sucht Info Schweiz)

siehe auch:

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30.09.09
Schweiz: Medienmitteilung der SFA
Drei bis fünf Prozent der Berufstätigen sind gemäss Schätzungen alkoholabhängig. Bis zu einem Viertel der Arbeitsunfälle sind auf Alkoholkonsum zurückzuführen. Der Bedarf nach Information über geeignete...
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