Jahresbericht 2009 der EBDD
Alkohol, ein entscheidender Faktor in der europäischen Drogenproblematik
Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht hat am gestrigen Donnerstag ihren Jahresbericht 2009 veröffentlicht. Aus dem Bericht geht hervor, dass der gleichzeitige Konsum von Alkohol und anderen Drogen ein entscheidender Faktor in der europäischen Drogenproblematik ist.
Dem EBDD-Direktor Wolfgang Götz zufolge sind individuelle Probleme mit einer einzelnen Substanz häufig nicht mehr die Regel, sondern werden immer mehr zur Ausnahme. „In Europa sind Drogenprobleme in zunehmendem Maße auf den kombinierten Konsum verschiedener, legaler sowie illegaler, psychoaktiver Substanzen zurückzuführen. Diese Tatsache führt nicht nur zu größeren negativen Auswirkungen, sondern stellt ebenfalls eine Herausforderung für die Drogenbehandlungsdienste dar, die auf ein komplexeres Bedarfsszenario reagieren müssen. Darüber hinaus müssen die politischen Perspektiven der Tatsache Rechnung tragen, dass der kombinierte Konsum von Drogen und Alkohol zu einem Hauptmerkmal der gegenwärtig auftretenden Probleme geworden ist“,
so Wolfgang Götz.
In dem Bericht wird festgestellt, dass in Europa gegenwärtig verschiedene Muster des polyvalenten (gleichzeitigen oder aufeinanderfolgenden) Drogenkonsums weit verbreitet sind und der kombinierte Konsum verschiedener Substanzen die Ursache für die meisten der bestehenden Probleme ist oder diese verstärkt.
Von den in 22 Ländern befragten Schülern (15-16 Jahre) gaben 20 Prozent an, im letzten Monat Alkohol zusammen mit Zigaretten konsumiert zu haben, 6 Prozent konsumierten gleichzeitig Cannabis und Alkohol und/oder Zigaretten, 1 Prozent konsumierten Cannabis zusammen mit Alkohol und/oder Zigaretten sowie einer weiteren Droge (Ecstasy, Kokain, Amphetamine, LSD oder Heroin).
Der Bericht kommt unter anderem zu dem Schluss, dass Strategien, die auf das Umfeld abzielen, in dem Jugendliche Drogen und Alkohol konsumieren (z. B. strengere Drogen- und Alkoholgesetzgebung, Leitlinien für eine sichere Clubszene), allem Anschein nach das Potenzial für einen besseren Gesundheitsschutz haben.
(Quelle: Medienmitteilung der EBDD, pdf)
Download (Bericht und Medienmitteilung)
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