Freitag, 10. Februar 2012

Im Tierversuch erwiesen

Alkohol stört Bio-Rhythmus

Amerikanische Forscher haben im Tierversuch nachgewiesen, dass chronischer Alkoholkosum die innere Uhr, die den Stoffwechsel und Aktivitätsmuster steuert, massiv stört. Die Versuche wurden mit Hamsten gemacht, sind aber durchaus auf den Menschen übertragbar.

Die Hamster wurden in drei Gruppen aufgeteilt. Die Kontrollgruppe bekam reines Wasser zu trinken, eine zweite Gruppe bekam Wasser mit 10 Prozent und die dritte Gruppe Wasser mit 20 Prozent Alkohol. Hamster bevorzugen alkoholisiertes Wasser, wenn sie die Wahl haben, und verstoffwechseln den Alkohol schnell. Die Tiere durften soviel trinken wie sie wollten und waren täglich 14 Stunden Licht und 10 Stunden Dunkelheit ausgesetzt.

Die Forscher experimentierten mit verschiedenen Lichtbedingungen, indem sie entweder eine künstliche Dämmerung oder aber auch Bedingungen schafften, die etwa einer Bürobeleuchtung gleichkamen. Sie stellten fest, dass sich dadurch die Aktivitäten und die Tagesrhythmik der Testgruppen schnell unterschieden.

Die abstinenten Hamster reagierten auf eine erhöhte Lichtdosis vorm Einschlafen, indem sie am nächsten Tag früher wach wurden. Bei den  Alkoholhamstern war dieser Effekt bei weitem nicht so stark. Die, die das 20-prozentige Gemisch getrunken hatten, schliefen noch länger als die, mit dem 10-prozentigen. In der Wachperiode zeigten sie dann weniger Aktivitätsperioden als ihre nüchternen Genossen, waren aber in der Gesamtzeit genauso aktiv, da die Perioden länger waren.

Die Hamster, die anschließend einen Alkoholentzug durchmachten, reagierten wieder anders: Sie wurden deutlich früher wach als die Kontrollgruppe.

Die Forscher wollen nun im nächsten Schritt untersuchen, in wieweit sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen. Sie vermuten, dass gerade Leute, die in den späten Abendstunden trinken, auf wichtige Lichtreize nicht mehr richtig reagieren und die innere Uhr schon bei geriner Alkoholaufnahme über die nächsten 24 Stunden beträchtlich gestört ist.

Es könnte auch erklären, warum Trinker tagsüber, wenn sie es sein sollten, weniger aktiv sind als in der Nacht, wenn eigentlich Ruhezeit angemessen wäre.

Bei chronischem Alkoholmissbrauch könnte die innere Uhr längerfristig gestört sein, was die angestrebte Abstinenz nach einem Entzug deutlich erschwert. Um diesen Effekt auszugleichen, könnte eine erhöhte Lichtzufuhr am Morgen nützen.
(Quelle: Medical News Today)

 

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