Freitag, 10. Februar 2012

SFA Medienmitteilung

Baden mit kühlem Kopf

Im Sommer zieht es Tausende von Menschen in Seen und Flüsse. Sobald Alkohol ins Spiel kommt, steigt das Unfallrisiko im Wasser. Die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) erinnert an die etablierte Baderegel, bei Wassersportaktivitäten auf Alkohol zu verzichten.

Der Sprung ins kühle Nass lockt bei heissem Wetter. Nebst der Abkühlung lauern mitunter Gefahren, vor allem wenn die eigenen Kräfte überschätzt werden. Gemäss bfu - Beratungsstelle für Unfallverhütung, passieren die meisten Ertrinkungsunfälle beim Schwimmen oder Baden. Besonders gefährlich sind Flüsse. Im letzten Jahr ertranken 27 Menschen, davon 16 in einem Fluss, so die Statistik der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft SLRG. Dazu kommen Tausende von Verletzungsunfällen bei Wassersportaktivitäten. Dass Alkohol das Unfallrisiko im Wasser erhöht, ist unbestritten.

Jedes Gewässer wird mit Alkohol gefährlicher und Fliessgewässer stellen besondere Anforderungen. Sie verlangen von Schwimmenden schon bei klarem Kopf viel ab. Die Strömung, tiefe Wassertemperaturen, Schwellen oder Wirbel sowie unwegsame Ufer, die den Ausstieg erschweren, werden oft unterschätzt. Wer mit der Strömung schwimmt, braucht die ganze Reaktionsfähigkeit und Kraft.

Risiken einschätzen

Unfallursachen gibt es mehrere: Meist werden die eigenen Kräfte überschätzt, jene des Wassers unterschätzt. Alkohol erhöht die Risikobereitschaft und beeinträchtigt die Konzentration. Mit zu viel Promille im Blut leidet die Sehkraft, Routinebewegungen geraten ins Wanken, der Gleichgewichtssinn schwindet. Unter Alkoholeinfluss rückt die nötige Vorsicht oft in den Hintergrund. Alkoholisiert riskieren Schwimmerinnen und Schwimmer, im Wasser zu erbrechen; Betroffene können lautlos untergehen. Eine fest etablierte Baderegel lautet daher, den Alkohol zu meiden. Dies gilt ebenso für andere Aktivitäten rund ums Wasser. Und eine weitere Baderegel sagt, nie überhitzt ins Wasser springen, da der Körper eine Anpassungszeit braucht.

Die SFA in Kürze
Für die Schweizerische Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) steht der Schutz der Gesundheit im Zentrum. Die SFA will Probleme verhüten oder vermindern, die aus dem Konsum von Alkohol und anderen psychoaktiven Substanzen hervorgehen. Die SFA konzipiert und realisiert Präventionsprojekte, engagiert sich in der Gesundheitspolitik und der psychosozialen Forschung. Die SFA ist eine private, parteipolitisch unabhängige Organisation mit gemeinnützigem Zweck.
(Quelle: SFA )
(Bild: stock.xchng)

siehe auch:

21.01.12
Sucht Info Schweiz
Wer fährt, trinkt nicht. Dieses Motto gilt laut Sucht Info Schweiz auch für jene, die Skis und Snowboards anschnallen. Wer auf der Piste eine gute Figur machen will, verzichtet auf Alkoholisches. „Zwätschge Lutz und Wunderkafi...
24.08.11
Unmengen von Abfall
Es ist ab sofort untersagt, alkoholische Getränke in die Badi Siehbach in Zug mitzubringen. Dies hat der Stadtrat an seiner Sitzung vom 23. August 2011 mit einer entsprechenden Anpassung der Badeordnung beschlossen.
06.07.11
Sucht Info Schweiz
Bei den zurzeit herrschenden sommerlichen Temperaturen pilgern Tausende von Menschen an Seen und Flüsse: der Sprung ins kühle Nass verspricht Spaß und Abkühlung. Sobald aber beim Baden Alkohol ins Spiel kommt, steigt das...
03.06.10
Schweiz: bfu weist auf Risiken bei Wassersportaktivitäten hin
Männer im Alter zwischen 15 und 24 Jahren ertrinken beim Schwimmen in einem See oder Fluss überdurchschnittlich häufig. Dies ergaben statistische Auswertungen der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung. Bei...
17.03.10
Schweiz
Der Stadtrat hat an seiner Sitzung vom 16. März 2010 die Badeordnung der Stadt Zug ergänzt und das Konsumieren und Mitbringen von Alkohol in der Badeanlage Seeliken ab sofort verboten. Eine Ausnahme gilt für den Gastwirtschaftsbetrieb...
20.08.09
Schweiz
Der christliche Weltbild-Verlag bietet in seinem Schweizer Katalog ein Spiel namens "Nimm's leicht" für 19,95 Franken an. Es ist ein Patschisi-Abkömmling, ähnlich dem "Mensch ärgere Dich nicht", die...
09.02.12
Sucht Schweiz
Was ändert der Alkohol am Verhalten im Strassenverkehr? Eine neue Website von Sucht Schweiz orientiert über die Risiken und liefert wichtige Fakten, in prägnanter und animierter Form. Zugeschnitten auf Schülerinnen und Schü...
27.01.12
"Nachtregime"
Der Bundesrat hat die Botschaft zur Totalrevision des Alkoholgesetzes verabschiedet. Er unterbreitet den Eidgenössischen Räten zwei Gesetzesentwürfe: das Spirituosensteuergesetz und das Alkoholhandelsgesetz. Parallel zur...
25.01.12
Webtipp: Basler Zeitung
"Auch die Gesundheitspolitiker im Ständerat wollen Notfallbehandlungen nach Alkoholexzessen von der Krankenversicherung ausnehmen. Die Kassen und Spitäler warnen vor Abgrenzungsproblemen." [...] bei Basler Zeitung weiterlesen