Bericht der Techniker Krankenkasse

Baden-Württemberg: Zahl der Alkoholvergiftungen mehr als verdoppelt - alle Altersgruppen betroffen

In die Krankenhäuser Baden-Württembergs werden immer mehr Patienten mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert. Wie die Techniker Krankenkasse (TK)  mitteilt, sind im Jahr 2008 insgesamt 15.314 Menschen wegen dieser Diagnose in einem Krankenhaus behandelt worden - im Jahr 2000 waren es noch 6.885. Die Anzahl der Behandlungen hat sich damit auf den 2,2-fachen Wert gesteigert. Diese Steigerung liegt 20 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt.

Weit größer ist die Zunahme dieser Diagnose bei den Mädchen unter 15 Jahren. Bei ihnen hat sich der Wert sogar mehr als verdreifacht. Aus den 113 Fällen in 2000 wurden 385 Behandlungsfälle im vorletzten Jahr. Bei den männlichen Altersgenossen hat sich die Zahl von 157 auf 306 fast verdoppelt. Auch in anderen Altersgruppen treten immer häufiger Alkoholvergiftungen auf. So hat sich die Behandlungszahl der über 65-jährigen von 410 auf 1.088 erhöht. Ein Plus von 165 Prozent.

"Die Zahlen zeigen eindeutig, dass wir bei den aktuellen Diskussionen um den Alkoholmissbrauch bei jungen Menschen nicht aus den Augen verlieren dürfen, dass ältere Menschen ebenso gefährdet sind", betont Andreas Vogt, Leiter der TK-Landesvertretung Baden-Württemberg. Gründe können zum Beispiel Trauer, Angst, Einsamkeit, Langeweile im Rentnerdasein oder körperliche und psychische Krankheiten sein. Ärzte, Pflegepersonen und Familienmitglieder sollten daher gerade bei älteren Menschen auf Anzeichen eines Alkoholmissbrauchs achten.

"Das nächtliche Verkaufsverbot von Alkohol an Tankstellen kann dazu beitragen, dass sich die Fallzahlen in Zukunft wieder reduzieren. Viel wichtiger ist es aber, dass besonders bei den Jugendlichen mehr Aufklärungsarbeit betrieben wird", so Vogt. In ihrem Online-Schüler-Magazin unter www.scoolz.de hält die TK viele Informationen zur Alkoholprävention bereit.
(Quelle: Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse Baden-Württemberg)