„Seit 2003 haben sich die alkoholbedingten Klinik-Einlieferungen fast verdoppelt“
Baden-Württemberg: Ravensburg und Konstanz halten Rekord beim Komasaufen
In Baden-Württemberg steigt die Zahl jugendlicher Komasäufer weiter an und erreicht einen neuen Höchststand. Im Jahr 2009 kamen laut Landesstatistik 4.028 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 20 Jahren mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus – 68 mehr als im Vorjahr. Nach Informationen der DAK stieg die Zahl der Betroffen im Landkreis Ravensburg mit 39 Prozent besonders stark an. Mit 73 Klinikaufenthalten pro 10.000 Jugendlichen verzeichnet die Region die meisten stationären Einweisungen im Land, gefolgt von Konstanz.
„Seit 2003 haben sich die alkoholbedingten Klinik-Einlieferungen fast verdoppelt“, sagt Markus Saur, DAK-Landeschef in Baden-Württemberg. „Die aktuellen Zahlen sind alarmierend.“ In der Altersgruppe zwischen zehn und 15 Jahren landeten zum Beispiel 1302 Kinder und Jugendliche im Krankenhaus. Die Zahl der betroffenen Jungen war mit 705 dabei höher als bei den Mädchen.
Stuttgart hat doppelt so viele Komasäufer als Karlsruhe
Bei der Zahl der stationären Alkoholvergiftungen pro 10.000 Jugendliche gibt es deutliche regionale Unterschiede. Neben dem Landkreis Ravensburg sind vor allem der Landkreis Konstanz (70 Einlieferungen pro 10.000) und der Stadtkreis Baden-Baden (66 pro 10.000) auffällig. Die Landeshauptstadt Stuttgart folgt mit 65 Krankenhausaufenthalten auf Platz vier, hat aber absolut gesehen mit 233 Einweisungen wie in den vergangenen Jahren die „blaue Laterne.“ Im Vergleich zum Landkreis Karlsruhe verzeichnet Stuttgart pro Kopf mehr als doppelt so viele Klinkeinweisungen. Mit „nur“ 28 Alkoholvergiftungen pro 10.000 Jugendliche steht die badische Metropole im Landesvergleich am besten da.
„Aufgrund der aktuellen Entwicklung setzen wir unserer Präventionskampagne `bunt statt blau` auch 2011 fort“, sagt DAK-Chef Saur. „In den nächsten Wochen werden landesweit mehr als 2000 Schulen angeschrieben und zur Teilnahme eingeladen.“ Die Schirmherrschaftfür den bundesweiten Plakatwettbewerb hat die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans. Auch die erfolgreiche Band „Luxuslärm“ beteiligt sich an der Kampagne gegen den zunehmenden Alkoholmissbrauch von Jugendlichen. Beim DAK-Plakatwettbewerb „bunt statt blau“ setzen Schüler mit Kunst und Kreativität ein Zeichen gegen das Komasaufen. „Wir müssen das Thema auf den Stundenplan setzen“, so Saur
Regionen in Baden-Württemberg mit den meisten Klinik-Einlieferungen nach Alkoholmissbrauch pro 10.000 Jugendliche
1. Landkreis Ravensburg 72,5
2. Landkreis Konstanz 69,9
3. Stadtkreis Baden-Baden 66,1
4. Stadtkreis Stuttgart 65,3
5. Landkreis Biberach 59,5
6. Landkreis Zollernalbkreis 57,6
7. Landkreis Sigmaringen 57,5
8. Landkreis Rottweil 57,1
9. Landkreis Freudenstadt 56,0
10. Stadtkreis Pforzheim 55,1
(Quelle: Pressemitteilung der DAK)


