Donnerstag, 09. September 2010

Krankenhauseinweisungen weiterhin alarmierend

Barmer Gek: Rauschtrinken darf nicht zum Trendsport werden

Der Drogenbericht der Bundesregierung spricht eine deutliche Sprache: 25.700 Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren mussten 2008 bundesweit aufgrund einer Alkoholvergiftung stationär behandelt werden. Das entspricht einer Steigerung von satten 11 Prozent gegenüber dem Jahr 2007.

„Dieses insgesamt traurige Ergebnis können wir für Hessen auch im Jahr 2009 leider nur bestätigen“, so Norbert Sudhoff, Landesgeschäftsführer der Barmer Gek in Hessen. Die Auswertung der stationären Daten ergab, dass im letzten Jahr weit über 100 Jugendliche wegen einer Alkoholvergiftung behandelt werden mussten. Das Erschreckende dabei: fast 20 Prozent hatten noch nicht einmal das 14. Lebensjahr vollendet.

Knapp 60.000 Euro kostete die medizinische Versorgung. Damit ist die Gruppe der Kinder und Jugendlichen (bis 19 Jahre) trauriger Spitzenreiter beim Thema Alkoholvergiftung, gefolgt von den 45 bis 49-Jährigen mit knapp 90 stationären Einweisungen. Insgesamt mussten in Hessen rund 600 Versicherte mit einem Kostenaufwand von etwa 450.00 Euro behandelt werden.

Laut einer Befragung des Hannoveraner Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemerforschung (ISEG) im Rahmen des Gek-Reports „Krankenhaus 2009“ wirken Krankenhauseinweisungen wegen einer Alkoholvergiftung auf Jugendliche kaum abschreckend. Rund 17 Prozent der Interviewten gaben an, nach einem Klinikaufenthalt ihr Trinkverhalten beizubehalten oder gar zu steigern.

Viel diskutierte Alkoholverbote in Innenstädten und Verkaufseinschränkungen bei Tankstellenshops bewerten die Experten der Barmer Gek eher zurückhaltend. „Rauschtrinken darf nicht zum Trendsport werden. Verbotsstrategien helfen auf Dauer wenig. Ein gezielter Präventionsmix aus Information, Sportförderung und jugendärztlicher Betreuung ist auf Dauer sinnvoll“, so Sudhoff. Und dazu fordert er eine enge Zusammenarbeit zwischen Eltern, Kommunen, Verbänden, Schulen, Ärzten und Krankenkassen.
(Quelle: Pressemitteilung Barmer GEK, Landesgeschäftsstelle Hessen)