Gesundheitsbericht 2009
Berlin: Alkohol- und Nikotinmissbrauch Hauptursache für viele Erkrankungen und Sterbefälle im erwerbsfähigem Alter
Alkohol- und Nikotinmissbrauch im Alter zwischen 15 und 65 Jahren sind die Hauptursache für viele Erkrankungen und Sterbefälle, geht aus dem aktuellen Gesundheitsbericht für Berlein hervor. Die Sterblichkeit infolge von Alkoholsucht liegt in Berlin bei Frauen im erwerbsfähigen Alter um mehr als zwei Drittel und bei Männern sogar um 84 Prozent über dem Bundesniveau (Frauen: 2,2 Sterbefälle je 100.000, Männer: 8,6 je 100.000).
Bei den 35- bis 64-Jährigen gehen die meisten Sterbefälle auf Alkohol- und Nikotinmissbrauch zurück (Rang 1: Lungenkrebs; Rang 2: bei Frauen Brustkrebs (neben hormonellen und genetischen Ursachen hat auch der Lebensstil Einfluss auf die Tumorentstehung), bei Männern Herzinfarkt; Rang 3: alkoholbedingte Leberkrankheit und Alkoholabhängigkeit).
An der Spitze der Krankenhauseinweisung bei Berliner Männern im Erwerbsalter stehen psychische und Verhaltensstörungen (21.300 Fälle), gefolgt von Krankheiten des Kreislauf- (19.800 Fälle) und des Verdauungssystems (19.400 Fälle). Bei den Berlinerinnen waren schwangerschaftsbedingte Fälle (38.430) und psychische und Verhaltensstörungen (15.705 Fälle) die häufigsten Behandlungsanlässe – bei insgesamt 616.000 Behandlungsfällen in den 83 Berliner Krankenhäusern 2008.
Senatorin Katrin Lompscher sagter zu Bericht: „Die Daten zeigen, dass wir nicht nachlassen dürfen, für eine gesundheitsbewusste Lebensweise einzutreten, auch wenn die Berlinerinnen und Berliner sich heute gesünder fühlen als früher. Häufig sind Alkohol- und Suchtmittelmissbrauch verantwortlich für Krankheiten und vorzeitiges Sterben. Wir haben die Fachstelle für Suchtprävention und die Fachstelle für Prävention und Gesundheitsförderung im Land Berlin eingerichtet, die erfolgreich arbeiten. Im vergangenen Jahr wurden erstmals Gesundheitsforen etabliert, um die regionalen Akteure des Gesundheitswesens mit den Bürgerinnen und Bürgern enger zusammenzubringen." Vor allem die Gesundheitsförderung bei erwerbslosen Menschen müsse stark verbessert werden.
(Quelle: Pressemeldung des Landes Berlin)
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