Montag, 06. Februar 2012

Alkohol? Kenn Dein Limit. - auch an Karneval

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung warnt vor Risiken übermäßigen Alkoholkonsums bei Jugendlichen

In der Karnevalszeit wird besonders viel Alkohol getrunken, auch unter Jugendlichen. Einige von ihnen werden ihr Alkohol-Limit dabei deutlich überschreiten. Anlässlich der bevorstehenden "tollen Tage" warnt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) vor allem vor den Risiken des "Rauschtrinkens".

Jeder fünfte 12- bis 17-Jährige in Deutschland praktiziert derzeit mindestens einmal im Monat das Rauschtrinken. "Viele Jugendliche unterschätzen die Gefahren von hohem Alkoholkonsum in kurzer Zeit", erklärt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. "Da sich ihr Körper noch in der Entwicklung befindet, wirkt das Zellgift Alkohol bei Jugendlichen viel schneller und schädlicher als bei Erwachsenen. Jeder Rauschzustand ist eine Vergiftung."

Zu viel Alkohol kann lebensgefährlich sein

Im Rauschstadium verschlechtert sich die Sehfähigkeit, die Sprache wird undeutlich und die Reaktionsfähigkeit nimmt rapide ab. Das Unfallrisiko ist zehnmal höher, als unter nüchternen Bedingungen und die Gewaltbereitschaft nimmt zu. Lebensgefährlich wird es, wenn innerhalb kurzer Zeit sehr viel Alkohol getrunken wird. Denn dann fehlt dem Körper die Zeit, sich durch Übelkeit und Erbrechen gegen das Zellgift zu wehren. Der hohe und schnelle Konsum von Alkohol kann zu Atemstillstand und letztlich zum Tod führen.

Darüber hinaus hat Alkohol eine enthemmende Wirkung, wodurch Jugendliche schnell in riskante Situationen geraten können. Laut einer Repräsentativbefragung der BZgA ist Alkohol einer der entscheidenden Gründe dafür, dass Jugendliche beim Geschlechtsverkehr nicht verhüten: Etwa jedes fünfte Mädchen und jeder zehnte Junge zwischen 14 und 17 Jahren verzichten unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen Suchtmitteln auf ein Kondom. Die Gefahr, sich mit dem HI-Virus oder anderen sexuell übertragbaren Infektionen anzustecken, steigt.

Erwachsene und Eltern müssen Verantwortung übernehmen
Insbesondere Eltern sind gefordert, ihre Kinder vor den Folgen übermäßigen Alkoholkonsums zu schützen. "Eltern sollten mit ihren Kindern über die Gefahren des Alkohols reden", betont Prof. Dr. Pott. "Auch zu Karneval müssen sie mit gutem Beispiel vorangehen und sollten nicht leichtfertig vor den Augen ihrer Kinder zu viel Alkohol trinken."

Um Kinder und Jugendliche zu schützen, gilt in Deutschland mit dem Jugendschutzgesetz ein striktes Abgabeverbot von Alkohol an unter 16-Jährige. Spirituosen und spirituosehaltige Getränke dürfen erst an über 18-Jährige abgegeben werden. Die Betreiber von Gaststätten, Kiosken, Tankstellen und anderen Verkaufsstellen von Alkohol sind verpflichtet, diese Bestimmungen einzuhalten.

BZgA mit Präventionskampagne auch zu Karneval im Einsatz

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist in der gesamten Karnevalswoche im Einsatz, um junge Menschen über die mit Alkohol verbundenen Risiken zu informieren. Peer-Teams der BZgA werden in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf, Mainz und München vor Ort sein. Bei den Peers handelt es sich um speziell geschulte junge Männer und Frauen im Alter von 18 bis 24 Jahren. Sie suchen das Gespräch mit Jugendlichen überall dort, wo Alkohol getrunken wird und klären sie über die Gefahren übermäßigen Alkoholkonsums auf.

Die Peer-Aktionen sind wichtiger Bestandteil der Präventionskampagne "Alkohol? Kenn dein Limit.", die die BZgA mit Unterstützung des Verbandes der privaten Krankenversicherungen e.V. (PKV) durchführt. Sie richtet sich an 16- bis 20-jährige Jugendliche, um sie zu einem verantwortungsvollen und risikobewussten Umgang mit Alkohol zu motivieren.

Nähere Informationen zur Kampagne "Alkohol? Kenn dein Limit." unter http://www.kenn-dein-limit.info.

Das Beratungstelefon der BZgA zur Suchtvorbeugung ist auch an den Karnevalstagen unter
(02 21) 89 20 31 erreichbar
(Mo.-Do. von 10 bis 22 Uhr sowie Fr.-So. von 10 bis 18 Uhr).
(Quelle: Pressemitteilung der BZgA)

siehe auch:

05.02.12
Aus dem Polizeibericht
Am 04.02.2012, in der Nähe der Ortschaft Sack (Fürther Stadtteil), stellten Beamte der Polizeiinspektion Fürth zwei alkoholisierte Mädchen fest. Sie wurden in Gewahrsam genommen.
25.01.12
Webtipp: Basler Zeitung
"Auch die Gesundheitspolitiker im Ständerat wollen Notfallbehandlungen nach Alkoholexzessen von der Krankenversicherung ausnehmen. Die Kassen und Spitäler warnen vor Abgrenzungsproblemen." [...] bei Basler Zeitung weiterlesen
25.01.12
"Vorglühen" in der U-Bahn
Nürnberger Polizei, Jugendamt und Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe waren am vergangenen Freitag, 20.01.2012, gemeinsam im Stadtgebiet unterwegs. Ziel des Einsatzes war, insbesondere zur Thematik "Jugendliche und Alkohol" zu...
30.12.11
Techniker Krankenkasse
 Alle elf Minuten kommt in Deutschland ein Jugendlicher zwischen 15 und 25 wegen Cannabis- oder Alkoholkonsums ins Krankenhaus. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) meldet, entfielen im letzten Jahr über 45.000 Klinikaufenthalte in der...
13.12.11
Statistisches Bundesamt
Im Jahr 2010 wurden weniger Kinder im Alter von 10 bis 15 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär im Krankenhaus behandelt. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ging ihre Anzahl je 100 000 Einwohner  gegenü...
06.12.11
Über 5000 landeten 2010 im Krankenhaus
Die Zahl jugendlicher Komasäufer in Bayern ist auf neuem Höchststand. Im Jahr 2010 kamen nach Informationen der DAK landesweit 5331 Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung ins Krankenhaus. Nach bislang unveröffentlichten Zahlen des...
19.11.11
Download
Das Magazin «C2H5OH – Alkohol und Politik» informiert über die Aktivitäten der Eidgenössischen Alkoholverwaltung (EAV), das Profitcenter Alcosuisse und die Partnerinnen und Partner der EAV. November 2011...
19.11.11
Supermärkte verkaufen Alkohol an Jugendliche
In vier Supermärkten im Raum Hardegsen/Uslar/Bodenfelde ist jetzt bei Testkäufen unzulässigerweise Alkohol an Jugendliche verkauft worden. Der Landkreis Northeim wird deshalb Buß­gelder verhängen. Außerdem werden...
02.11.11
Webtipp Berliner Morgenpost
"Bier könnte es in der Hauptstadt unter einer rot-schwarzen Regierung erst ab 18 Jahren zu kaufen geben. Bei den Koalitionsverhandlungen einigten sich SPD und CDU, ein entsprechendes Alkohol-Verkaufsverbot zu prüfen." [...] bei...