Not-So-Happy Hour
Das Risiko für einen Schlaganfall verdoppelt sich eine Stunde nach moderatem Alkohol-Konsum
Das Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen, verdoppelt sich in der Stunde, nachdem man lediglich einen alkoholischen Drink zu sich genommen hat, berichtet „Stroke“, ein Journal der American Heart Association. Die Zeitschrift beruft sich dabei auf eine kleine multizentrische Studie.
Die Forscher befragten 390 Patienten mit ischämischem Schlaganfall (209 Männer, 181 Frauen) drei Tage nach ihrem Schlaganfall über viele Aspekte ihres Lebens. Dabei wurden nur Patienten befragt, deren Zustand dies auch einwandfrei zuließ.
Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass das Risiko für eine Schlaganfall nach einem Drink
- in der ersten Stunde nach dem Konsum 2,3 mal höher,
- in der zweiten Stunde 1,6 mal höher
- und nach 24 Stunden 30 Prozent niedriger als Ausgangswert war.
Dabei war es belanglos, ob die ob Teilnehmer Wein, Bier oder Spirituosen konsumiert hatten. In der Kombination mit anderen Auslösern, wie anstrengende Tätigkeiten oder koffeinhaltige Getränke, blieb der Einfluss des moderaten Alkoholkonsums konstant. Nur ein Studienteilnehmer hatte mehr als zwei Drinks vor dem Schlaganfall konsumiert; er wurde von der Untersuchung ausgeschlossen.
Die wissenschaftliche Beweise für übermäßigen Alkoholgenuss als Ursache für einen Schlaganfall seien unstrittig, das gilt für den chronischen als auch den akuten Alkoholmissbrauch, meint dazu Dr. Murray A. Mittleman, einer der Leiter der Studie. Beim Zusammenhang mit dem leichtem bis mäßigem Trinken sei die Angelegenheit komplizierter. "Es ist möglich, dass das vorübergehend erhöhte Schlaganfall-Risiko von moderatem Alkoholkonsum von längerfristigen gesundheitlichen Vorteilen aufgewogen werden kann."
Kurz nach dem Alkoholkonsum steigt der Blutdruck und die Blutplättchen werden klebriger, das erhöht die Gefahr, dass sich ein Blutgerinnsel bilden kann. Allerdings belegen Studien. dass der regelmäßige Genuss von geringen Mengen Alkohol mit positiven Veränderungen der Blutfett-Werte und flexibleren Blutgefäßen, die Risiken verringern können, assoziiert wird.
Die Forscher sind nun ratlos: Sie können weder abstinenten Personen empfehlen, kleine ("medizinische") Alkoholmengen einzunehmen, noch Personen, die täglich bis zu einem Drink konsumieren, raten, damit aufzuhören. Um dies zu entscheiden ist eine größere Untersuchung mit unterschiedlichen Vergleichsgruppen notwendig.
Einen Namen für das Phänomen haben sie jedoch bereits: Sie nennen es die "Not-So-Happy Hour".
(Quelle: American Heart Association)
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