Freitag, 10. Februar 2012

Alkohol, Krebs & Co.

DHS: Alkohol schadet der Gesundheit. Alkohol fördert Krebs.

Alkoholkonsum schadet dem gesamten Organismus: Mundhöhle,
Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Leber, dem gesamten Stoffwechsel (Endokrines System), den Herzfunktionen (Kardiovaskuläres System), dem Blutkreislauf und dem Immunsystem. Ebenso  werden das Skelett und die Skelettmuskulatur, die Fortpflanzung  und das Nervensystem regelmäßig in Mitleidenschaft  gezogen.  Die gesundheitsschädigende Wirkung des Alkohols fördert  Krebserkrankungen.

Alkohol und Krebserkrankungen
„Epidemiologische Studien zeigen, dass jährlich die Krebserkrankungen  von weltweit rund 390.000 Menschen auf chronischen Alkoholkonsum zurückzuführen sind, das sind 3,6 Prozent aller Krebserkrankungen (Männer: 5,2 Prozent , Frauen: 1,7 Prozent).“ Prof. Dr. Helmut K. Seitz, Endokrinologe, Ärztlicher  Direktor des Krankenhauses Salem in Heidelberg und  internationaler Alkoholforscher, zeigt die Risiken auf.
 
Ein täglicher Konsum von 50 g reinem Alkohol, was ungefähr einem halben Liter Wein entspricht, steigert das Risiko einer Krebserkrankung im  Mund-Rachen-Raum und der Speiseröhre um das 2-3-fache. Rauchen  verstärkt dieses Risiko noch einmal.
 
Das Trinken von mehr als 80 g reinem Alkohol pro Tag geht mit einem 18-fach erhöhten Risiko für das Speiseröhrenkarzinom einher. Allein – ohne  Alkoholkonsum – bei täglich 20 gerauchten Zigaretten ist das Risiko 5-fach. Beim gemeinsamen Konsum von Alkohol und Zigaretten steigt dieses Krebsrisiko um einen Faktor von 44.
 
Das Risiko, an einem Leberkrebs zu erkranken, wird bei einem täglichen  Alkoholkonsum von 80 g reinem Alkohol pro Tag zwischen 4,5- und 7,3- fach erhöht angegeben. Patienten mit Zirrhose auf dem Boden einer  chronischen Hepatitis C, die 80 g reinen Alkohol pro Tag konsumieren, haben ein 120-fach erhöhtes Risiko für ein hepatozelluläres Karzinom  (HCC), 3-fach höher, als wenn „nur“ eine Hepatitis C-Zirrhose vorliegt. Alkohol steigert bei der Hepatitis C die entzündliche Komponente sowie die Fibrogenese, was zu einem früheren Auftreten der Leberzirrhose führt.

Bei der Hepatitis B verkürzt Alkoholzufuhr bereits in einer Dosis von über 40 g pro Tag die Zeit bis zum Auftreten eines hepatozellulären Karzinoms  um ungefähr 10 Jahre.
 
Verglichen mit Nichttrinkern haben Alkoholkonsumenten, die mehr als 50  g reinen Alkohol pro Tag konsumieren, ein 1,4-fach erhöhtes Risiko einer  Darmkrebserkrankung. Das Darmkrebsrisiko ist bei abhängigen Trinkern  verdoppelt. 
 
Unter den allgemeinen Faktoren, die das Krebsrisiko steigern, sind Rauchen, zusätzliche Vitamin-A-Zufuhr, Folsäuren und schlechte Mundhygiene hervorzuheben.
 
Alkohol und Lebererkrankungen
Die Zusammenhänge zwischen Menge und Dauer des Alkoholkonsums
sowie dem Auftreten von Alkoholfolgeerkrankungen sind für die verschiedenen Krankheitsintensitäten unterschiedlich gut untersucht,  am besten für die Leberzirrhose. Jährlich sterben in Deutschland rund 20.000 Menschen an Leberzirrhose. 

Studien aus Frankreich belegen, dass bis zu einem durchschnittlichen Alkoholkonsum von 180 g reinem Alkohol pro Tag das Risiko für die Entwicklung einer Leberzirrhose linear ansteigt.

Im Vergleich zu einem Alkoholkonsum (reiner Alkohol) von 0 - 20 g pro Tag erhöht sich bei Männern, die täglich 41 - 60 g bzw. 61 - 80 g Alkohol  trinken, das Leberzirrhoserisiko um den Faktor 6 bzw.14.   Bei Frauen beginnt die Risikosteigerung bereits bei 21 - 40 g Alkohol pro  Tag. Eine hochsignifikante Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen Alkoholzirrhoserisiko und einem durchschnittlichen Konsum  reinen Alkohols jenseits von 40 g pro Tag für Männer und 20 pro Tag für Frauen belegen auch australische Studien, wobei bis zur klinischen Manifestation bei  Frauen eine durchschnittliche Konsumzeit von 25 Jahren und bei Männern von 35 Jahren beobachtet wurde. 
 
Das besondere Risiko  für Frauen 
Prof. Dr. Seitz: „Frauen haben ein erhöhtes Risiko für alkoholbedingte Leberzirrhose und alkoholverursachte Krebsarten, insbesondere Brustkrebs.“
 
Mehr als 100 internationale epidemiologische Studien zeigen eindeutig  einen dosisabhängigen Zusammenhang zwischen dem Risiko für Brustkrebs und dem Alkoholkonsum. Bereits bei einer täglichen Menge von 18 g reinem Alkohol (etwas mehr als ein achtel Liter Wein) steigt das Risiko  für Brustkrebs signifikant an.  

Eine Metaanalyse von 38 epidemiologischen Studien belegt, dass das  Brustkrebsrisiko bei einem, zwei, drei oder mehr Drinks pro Tag um 10 Prozent,  20 Prozent und 40 Prozent ansteigt.

Eine Analyse von 53 Studien an mehr als 58.000 Frauen fand heraus,
dass das Risiko für Brustkrebs um 7,1 % für die zusätzliche täglich ge-
trunkene Menge 10 g reinen Alkohols ansteigt. Bei 50 g Alkohol pro Tag  ist somit das Risiko um 50 % gesteigert. 

Empfehlung der DHS für einen risikoarmen Alkoholkonsum:

Trinken Sie als Frau pro Tag (an nicht mehr als 5 Tagen in der Woche)
nicht mehr als circa 0,3 Liter Bier oder 0,15 Liter Wein/Sekt oder etwa 4 cl einer Spirituose (Likör, Korn, Wermut oder Ähnliches)
 
Trinken Sie als Mann pro Tag (an nicht mehr als 5 Tagen in der Woche)  nicht mehr als circa 0,6 Liter Bier oder 0,3 Liter Wein/Sekt oder etwa  8 cl einer Spirituose (Likör, Korn, Wermut oder Ähnliches)
(Quelle: Pressemitteilung der DHS)

Funktionsstörungen und Erkrankungen durch akuten und chronischen Alkoholabusus:
Download (pdf)

siehe auch:

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