Statistisches Bundesamt
Diagnose Alkoholmissbrauch: Immer mehr junge Krankenhauspatienten
WIESBADEN – Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, wurden im Jahr 2008 rund 25.700 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 20 Jahren aufgrund akuten Alkoholmissbrauchs stationär im Krankenhaus behandelt. Dies stellt einen deutlichen Anstieg von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr dar. Im Vergleich zum Jahr 2000 ist die Zahl sogar um 170 Prozent gestiegen, damals wurden rund 9.500 junge Patientinnen und Patienten mit der Diagnose „akute Alkoholintoxikation“ stationär behandelt.
Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 15 bis unter 20 Jahren wurden mehr Männer (64 Prozent) behandelt; bei den Kindern im Alter von 10 bis unter 15 Jahren stellten die Mädchen den größeren Anteil (53 Prozent), obwohl ihr entsprechender Anteil an der Bevölkerung nur 49 Prozent beträgt. In beiden Altersgruppen stieg jedoch im Vergleich zum Vorjahr die Zahl der Patientinnen stärker als die der Patienten: In der Altersgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhöhte sich die Zahl der Patientinnen um 10 Prozent, die der Patienten um 9 Prozent; bei den Kindern betrug der Anstieg bei den Patientinnen 22 Prozent und bei den Patienten 16 Prozent.
Insgesamt wurden im Jahr 2008 knapp 18 Millionen Patientinnen und Patienten im Krankenhaus vollstationär behandelt. Krankheitsbedingt war die Herzinsuffizienz mit 350 700 Fällen der häufigste Grund für einen stationären Krankenhausaufenthalt. An zweiter Stelle lag das „Krankheitsbild“ psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol (333.800), worunter auch der akute Alkoholmissbrauch fällt. Die Herzerkrankung Angina pectoris (268.900) nahm den dritten Platz ein.
Von den knapp 18 Millionen Patienten waren 53 Prozent weiblich und 47 Prozent männlich. Das Durchschnittsalter der Behandelten lag bei 53 Jahren. Bezogen auf 100.000 Einwohner gab es 2008 insgesamt 20.291 Behandlungsfälle, das waren 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr (20.003).
(Quelle: Statistisches Bundesamt)
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