Freitag, 10. Februar 2012

IOGT Schweiz

Die Alkoholstrategie der WHO ist sinnvoll und wirksam

Immer öfter machen übermässiger Alkoholkonsum und seine Folgen Schlagzeilen. Kaum schlägt die Weltgesundheitsorganisation WHO wirksame Schritte zur Verminderung dieses grossen volksgesundheitlichen Problems vor, warnen Politiker in den schrillsten Tönen davor - zu unrecht, betont die Präventions- und Nachsorge-Organisation IOGT Schweiz.

Wochenende für Wochenende werden schweizweit Dutzende Jugendlicher mit hochgradigen Alkoholvergiftungen in die Notfallstationen der Spitäler eingeliefert. Organisierte Massenbesäufnisse sorgen für Beunruhigung unter Eltern und Präventionsfachleuten. Das Berner Insel-Spital meldet, dass sich immer öfter auch über 25-Jährige bis zur Besinnungslosigkeit besaufen. Alkoholbedingte Unfälle und Gewalttaten sorgen für Schlagzeilen...

...und endlich werden konkrete Gegenmassnahmen vorgeschlagen. Der Entwurf für eine wirksame Alkoholstrategie, die die WHO im Mai verabschieden wird, enthält griffige Massnahmen, die genau dort ansetzen, wo - wissenschaftlich erwiesen - die beste Wirkung erreicht wird: Die Erhältlichkeit soll erschwert, Preis und Besteuerung erhöht und Werbung eingeschränkt werden. All diese Massnahmen sind für Tabak in vielen Ländern schon umgesetzt und haben zu einem Konsumrückgang geführt.

Schon vorbeugend gehen SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi (ZH) und mehrere seiner Parteikollegen auf die Barrikade, um zu verhindern, dass auch die Schweiz diese gesundheits- und präventionsorientierten Alkoholpolitik-Ziele übernimmt. Angesichts von 300'000 Alkoholabhängigen in der Schweiz, von 100'000 Kindern mit einem alkoholabhängigen Elternteil und von einem Pro-Kopf-Konsum von fast 9 Litern reinen Alkohols pro Jahr ist es aber höchste Zeit dafür.

Alkohol ist keine normale Handelsware. Der Verkauf und Konsum von alkoholischen Getränken sind zu Recht Einschränkungen unterworfen (Promillegrenze, Alterslimiten, Werbeeinschränkungen). Die alkoholbedingten sozialen Kosten betragen in der Schweiz insgesamt 6,7 Milliarden Franken pro Jahr. Gemessen daran sind die Aufwendungen für Prävention minimal, auch im Vergleich zu den gigantischen Beträgen der Alkoholindustrie für Werbung und politisches Lobbying.

IOGT Schweiz weiss aus über hundertjährigen Erfahrung in Alkohol- Prävention und -Therapie, wie wichtig es für die Persönlichkeitsentwicklung von Kinder und Jugendlichen ist, in einem alkoholfreien Rahmen aufwachsen  zu können. Die Alkoholstrategie der WHO ist Gesundheitsförderung wie sie die Schweiz brauchen und umsetzen kann.
(Quelle: Medienmitteilung IOGT Schweiz, via infoset)

Download: WHO - Draft Global Strategy To Reduce The Harmful Use Of Alcohol (02/2010)

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