Freitag, 10. Februar 2012

TrokkenPresse August/September: Sexuelle Störungen & Mythen der Sexualität

Die Libido und der Alkohol

Ach ja, der Sex! So groß, so grell, so permanent. Etwas leiser wird in der  neuen TrokkenPresse über das gesprochen, worüber niemand gerne spricht: die Differenz  zwischen Wollen und Können. 
Zur Einführung schreibt der Arzt und Psychotherapeut Dr. Rüdiger-Rolf Salloch-Vogel über  Intimität und Schamgefühl und was diese Gefühle für einen Süchtigen bedeuten. Geht es um  bezugsloses Ausagieren oder ist noch die Ausrichtung auf ein Sexualobjekt möglich?

Sexualtherapeut Dr. Steffen Fliegel beruhigt alle angeblich zu kurz Gekommenen im TrokkenPresse-Gespräch. Davon auszugehen, jeder Mensch wisse dank medialer Fokussierung über Sexualität Bescheid, und alle seien allzeit fähig und bereit, ist Irrtum wie Überforderung zugleich. Zweifelhafte Umfrageergebnisse, idealisierte Darstellungen  zusammen mit technischen Gebrauchsanweisungen für besseren Sex spiegeln noch lange  nicht das Intimleben einer Mehrheit. Die Störung sexueller Funktionen kann eine Folge von  Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht sein. Soweit sie nicht zwingender ärztlicher  Behandlung bedarf, gilt hier einmal mehr: Für die Betroffenen empfiehlt sich zunächst der Gang in die Selbsthilfegruppe, bevor eine professionelle Therapie angesagt ist.

 Hauptthema hinter der Sexualität bleibt die Beziehung zu sich selbst und zu anderen.  Insbesondere von Alkoholkrankheit Betroffene sowie deren Angehörige sind verunsichert  oder haben Schlimmes erlebt. In der nassen Zeit wurde das offene miteinander Reden nicht  trainiert. Ist die erste Abstinenz erreicht, wird die Aussprache aus Angst vor einem Rückfall  vermieden. Paare stehen vor der Frage: wo anfangen, wie weiter machen?   Entsprechend rundet Klinik-Direktor Dr. Johannes Lindenmeyer das Thema mit dem  wichtigen Aspekt der Beziehungsaufgaben ab, die von beiden Partnern zu leisten sind.
(Quelle: Pressemitteilung TrokkenPresse)
 

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