TrokkenPresse August/September: Sexuelle Störungen & Mythen der Sexualität
Die Libido und der Alkohol
Ach ja, der Sex! So groß, so grell, so permanent. Etwas leiser wird in der neuen TrokkenPresse über das gesprochen, worüber niemand gerne spricht: die Differenz zwischen Wollen und Können.
Zur Einführung schreibt der Arzt und Psychotherapeut Dr. Rüdiger-Rolf Salloch-Vogel über Intimität und Schamgefühl und was diese Gefühle für einen Süchtigen bedeuten. Geht es um bezugsloses Ausagieren oder ist noch die Ausrichtung auf ein Sexualobjekt möglich?
Sexualtherapeut Dr. Steffen Fliegel beruhigt alle angeblich zu kurz Gekommenen im TrokkenPresse-Gespräch. Davon auszugehen, jeder Mensch wisse dank medialer Fokussierung über Sexualität Bescheid, und alle seien allzeit fähig und bereit, ist Irrtum wie Überforderung zugleich. Zweifelhafte Umfrageergebnisse, idealisierte Darstellungen zusammen mit technischen Gebrauchsanweisungen für besseren Sex spiegeln noch lange nicht das Intimleben einer Mehrheit. Die Störung sexueller Funktionen kann eine Folge von Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht sein. Soweit sie nicht zwingender ärztlicher Behandlung bedarf, gilt hier einmal mehr: Für die Betroffenen empfiehlt sich zunächst der Gang in die Selbsthilfegruppe, bevor eine professionelle Therapie angesagt ist.
Hauptthema hinter der Sexualität bleibt die Beziehung zu sich selbst und zu anderen. Insbesondere von Alkoholkrankheit Betroffene sowie deren Angehörige sind verunsichert oder haben Schlimmes erlebt. In der nassen Zeit wurde das offene miteinander Reden nicht trainiert. Ist die erste Abstinenz erreicht, wird die Aussprache aus Angst vor einem Rückfall vermieden. Paare stehen vor der Frage: wo anfangen, wie weiter machen? Entsprechend rundet Klinik-Direktor Dr. Johannes Lindenmeyer das Thema mit dem wichtigen Aspekt der Beziehungsaufgaben ab, die von beiden Partnern zu leisten sind.
(Quelle: Pressemitteilung TrokkenPresse)
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