Schweiz: bfu weist auf Risiken bei Wassersportaktivitäten hin
Die meisten Ertrinkungsopfer sind junge Männer
Männer im Alter zwischen 15 und 24 Jahren ertrinken beim Schwimmen in einem See oder Fluss überdurchschnittlich häufig. Dies ergaben statistische Auswertungen der bfu – Beratungsstelle für Unfallverhütung. Bei Ertrinkungsunfällen spielen erhöhte Risikobereitschaft und Selbstüberschätzung oft eine Rolle. Der Konsum von Alkohol und Drogen steigert die Gefahr erheblich.
Jährlich ertrinken in der Schweiz durchschnittlich 46 Personen. Unter den Ertrinkungsopfern sind junge Männer deutlich übervertreten. So ist – gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil – das Ertrinkungsrisiko bei Männern im Alter zwischen 15 und 24 Jahren mehr als doppelt so hoch wie beim Bevölkerungsdurchschnitt. Dies ergaben Berechnungen der bfu, des Kompetenzzentrums für Unfallprävention.
Junge Männer ertrinken besonders häufig bei sportlichen Aktivitäten in offenen Gewässern, also in Seen und Flüssen. Die Unfälle sind in der Regel nicht auf mangelndes Können zurückzuführen: Nur von einzelnen Todesopfern ist bekannt, dass sie nicht oder nur schlecht schwimmen konnten. Dagegen dürften Selbstüberschätzung und die Fehleinschätzung von Situationen eine Rolle spielen. Kaltes Wasser kann für den Organismus zur fatalen Belastung werden, unbekannte Gewässer bergen Gefahren, Strömungen können verhängnisvoll sein. Schon ein kurzes Unwohlsein wegen Unterzuckerung kann unter Umständen tragisch enden.
Ein weiterer Risikofaktor ist der Konsum von Alkohol und Drogen. Für die Schweiz liegen zwar keine gesicherten Zahlen darüber vor, wie viele Ertrinkungsopfer unter dem Einfluss von bewusstseinsverändernden Substanzen standen. Es ist aber erwiesen, dass bereits wenig Alkohol genügt, um die Reaktionszeit zu vermindern. In einem unberechenbaren und dynamischen Umfeld wie dem Wasser kann das sehr rasch fatale Folgen haben. Jüngst hat die Schweizerische Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG) daher ihre Baderegeln angepasst; sie warnt nun ausdrücklich davor, alkoholisiert oder unter Drogeneinfluss ins Wasser zu gehen. Auch die Sucht Info Schweiz macht regelmässig auf das Thema aufmerksam.
Junge Männer neigen häufig zu erhöhter Risikobereitschaft. Sie sollten aber die Gefahren nicht unterschätzen, die in offenen Gewässern lauern. Auch geübte Schwimmer sind nicht vor dem Ertrinken sicher. Aufmerksamkeit ist im Wasser ebenso wichtig wie im Strassenverkehr. Daher empfiehlt die bfu nachdrücklich, beim Baden und Schwimmen auf den Konsum von Alkohol oder Drogen zu verzichten. Auch Bootfahren sollte man ausschliesslich in nüchternem Zustand, und immer mit Rettungsweste. Wenn man beim Baden oder Schwimmen unsicher ist, sei es wegen des Gewässers, sei es wegen des eigenen körperlichen Zustandes, gilt: Lieber einmal verzichten als sich unnötig in Gefahr zu bringen.
(Quelle: Medienmitteilung der bfu)
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