Freitag, 10. Februar 2012

Untersuchung in Großbrittanien

Interne Dokumente belegen: Alkoholwerbung zielt bewusst auf Jugendliche ab

Auch wenn der Inhalt von Alkoholwerbung in Großbrittanien regelmentiert ist, zeigt eine Auswertung von Akten der Alkoholindustrie, die auf bjm.com veröffentlicht wurde, dass die Werber immer noch junge Menschen anvisieren und sie zum Trinken anregen wollen.

Professor Gerard Hastings, der die Auswertung leitete, zeigt auf, dass die Firmen die Grenzen des Erlaubten ausdehnen und die britische Selbstregulierung für Alkoholwerbung versagt.

Hastings und sein Team bewerteten beispielhaft interne Unterlagen von vier Alkoholherstellern und deren Werbeagenturen. Die Unterlagen kamen bei einer Parlamentsanfrage zu Tage und umfassten Briefings, Mediaplanungen, Werbebudgets und Marktanalysen.

In Großbrittanien gibt die Industrie umgerechnet 900 Mio. Euro pro Jahr für Alkoholwerbung aus.

Die Verfasser der Studie achteten auf vier Aspekte, die von den vereinbarten Verhaltensregeln betroffen sind. Dazu gehören, dass die Werbung keine Personen unter 18 Jahren ansprechen soll, dass sie nicht zu verantwortungslosen Trinken ermutigt aber auch bestimmte Regeln im Sponsoring und Internetmarketing beachtet.

Sie fanden heraus, dass für die Marktforschung Daten von 15- und 16-Jährigen benutzt wurden, um Kampagnen zu entwickeln. Viele Empfehlungen zielten darauf, neue Alkohol-Abnehmer zu werben und die Markentreue der Kunden zu festigen. Eine Firma hatte es, zum Beispiel, auf die Jugendlichen abgesehen, die gerade die Altersgrenze von 18 Jahren überschreiten.

Obwohl es untersagt wäre, Trunkenheit und Exzesse zu verherrlichen fanden Prof. Hastings und sein Team viele Beispiele in denen übermäßiger Alkoholgenuss propagiert wird, was darauf  hinweist, dass es Marketinziel sei, durch übermäßigen Konsum den Absatz anzukurbekn.

Andere Dokumente weisen darauf hin, das Alkoholmarken mit sozialem Erfolg, besonderer Männlichkeit oder Weiblichkeit werben, obwohl der Selbstverpflichtung-Kodex das verbietet. Genauso sieht es mit der Jugendkultur und dem Sport aus. Zu beiden sollten laut Kodex kein Zusammenhang in der Werbung hergestellt werden, was aber missachtet wird.  Auch das Internet mit seinen „social networks“ wird als  stark anwachsender Kanal für die Alkoholwerbung missbraucht, sagen die Autoren.

Sie fordern, dass in Großbritannien die Kontrolle der  Alkoholwerbung verschärft werden sollen. Das Verfahren und der Handlungsspielraum müssten geändert wedren.  Der Regulierung der Alkoholwerbung dürfe nicht in der Hand der Industrie oder der Werbetreibenden liegen.

Alkoholwerbung sollte einer Prüfung unterzogen werden, bevor sie veröffentlicht wird; auch  Sponsoringaktionen sollten in das Verfahren miteinbezogen werden. Die Überprüfung von Alkoholmarketing im Internet halten sie für ungenügend. Des weiteren forderten sie, dass Kinder vor Alkoholwerbung besser geschützt werden sollten. Plakate mit Alkoholwerbung hätten vor Schulen nichts zu suchen.
(Quelle: Medical News Today)

 

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