Freitag, 10. Februar 2012

Suchtkongress des Fachverbands Sucht

Dyckmans: Suchtbehandlung setzt viel zu spät ein

Mechthild Dyckmans besuchte am 14. Juni  den Heidelberger Suchtkongress "Integration oder Separation? Suchtbehandlung im Gesundheitssystem" des Fachverbands Sucht. Aus diesem Anlass gab sie eine Erklärung ab, in der sie betont, wie wichtig es sei, dass Suchtkranke möglichst früh behandelt würden.

"Es bestehen in Deutschland stationäre und ambulante Versorgungsangebote in der Suchtkrankenhilfe, die ein sehr spezialisiertes und auf den individuellen Bedarf der Betroffenen zugeschnittene Behandlungsangebote zur Verfügung stellen", sagte die Bundesdrogenbeauftragte.  "Leider erreichen die guten Behandlungsangebote aber zu wenige der betroffenen Suchtkranken. Suchtbehandlung setzt insgesamt viel zu spät ein. Im Durchschnitt sind es zwölf Jahre nach Beginn einer Suchterkrankung.

Der frühzeitige Behandlungsbeginn ist aber ein ganz wichtiges Kriterium dafür, dass Suchthilfe erfolgreich ist. Suchtbehandlung muss im Gesamtsystem der Gesundheitsversorgung - von den niedergelassenen Ärzten bis zur Regelversorgung in Krankenhäusern - besser eingebettet sein. Das Ziel muss es sein, mehr Abhängige früher in Therapie zu vermitteln.

Hier sind Ärzte, vor allem Hausärzte, aber auch Krankenhäuser und das gesamte medizinische Personal gefragt. Mir geht es darum, bei den betroffenen Berufsgruppen das Wissen um die Notwendigkeit und die Information zu bestehenden Instrumenten der Früherkennung und -intervention von Suchterkrankungen zu intensivieren. Dazu gehört auch, dass die Frühintervention in Ausbildung und Fortbildung einen wichtigen Stellenwert bekommt. Wir brauchen eine konstruktive und nachhaltige Zusammenarbeit mit den Verbänden und Fachgesellschaften, den Rentenversicherungsträgern und den Trägern der Krankenversicherung.

Denn je früher Abhängige in Suchtbehandlung kommen, je eher können sie wieder am Arbeitsleben teilnehmen, desto geringer werden die Gesamtkosten für das Gesundheitssystem und für die gesamte Gesellschaft."
(Quelle: Bundesministerium für Gesundheit)

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