RKI: »Gesundheit in Deutschland aktuell 2009«
Ein Drittel der befragten Männer und gut ein Fünftel der befragten Frauen konsumieren Alkohol in einem gesundheitlich riskanten Ausmaß
In der Studie »Gesundheit in Deutschland aktuell« 2009 beantworteten 21.262 Menschen im Alter ab 18 Jahren zwischen Juli 2008 und Juni 2009 etwa 200 Fragen zur Gesundheit und zur Lebenssituation. Sie wurde heute vom Robert-Koch-Institut veröffentlicht. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die erwachsene, deutschsprachige Wohnbevölkerung. Unter anderem wurde auch das Alkoholverhalten unterscht.
Mit steigendem Pro-Kopf-Alkoholverbrauch steigen alkoholassoziierte körperliche Folgeerkrankungen und die allgemeine Mortalität. Ebenso ist ein hoher Pro-Kopf-Alkoholverbrauch mit erhöhtem Alkohol-
missbrauch sowie erhöhter Alkoholabhängigkeit assoziiert. In Deutschland beläuft sich die Zahl der erwachsenen Alkoholabhängigen schätzungsweise auf 1,6 Millionen Einwohner und entspricht einem Prozentsatz von 2,4 % (RKI 2008). Eine bevölkerungsrepräsentative Einschätzung des Trinkverhaltens und des riskanten Alkoholkonsums ist daher von hohe gesundheitspolitischer Relevanz.
Ein Drittel der befragten Männer und gut ein Fünftel der befragten Frauen konsumieren Alkohol in einem gesundheitlich riskanten
Ausmaß. Der Anteil der Nie-Trinkerinnen ist bei Frauen doppelt so hoch wie bei Männern. Beim moderaten Alkoholkonsum unterschei-
den sich die Geschlechter nicht.
Bei Männern wie bei Frauen ist in der Altersgruppe 18 bis 29 Jahre der Anteil der Risikokonsumenten am höchsten. Mit 45 Prozent liegt der Anteil bei den Männern aber signifikant höher als bei den Frauen mit 30 Prozent. Mit steigendem Alter nimmt bei Männern wie bei Frauen der Anteil der Risikokonsumenten ab.
Bei Männern ist kein statistisch bedeutsamer Unterschied des Risikokonsums in unterschiedlichen Bildungsgruppen festzustellen;
ab dem Alter von 45 Jahren zeichnet sich aber ab, dass der Anteil der Risikokonsumenten in oberen Bildungsgruppen höher als in unteren Bildungsgruppen ist.
Bei Frauen steigt der Anteil der Risikokonsumentinnen mit dem Bildungsstatus ab dem Alter von 30 Jahren; ab dem Alter von 45 Jahren sind diese Unterschiede gegenüber der mittleren Bildungsgruppe statistisch bedeutsam. Der Anteil der Nie-Trinkerinnen und Nie-Trinker ist in den niedrigsten Bildungsgruppen am höchsten.
Frauen aus Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg trinken signifikant weniger riskante Mengen als der Bundesdurchschnitt; in Nordrhein-Westfalen ist der Anteil der Risikokonsumentinnen dagegen signifikant höher als der Bundesdurchschnitt. In Baden-Württemberg liegt der Anteil von Männern mit riskantem Alkoholkonsum signifikant unter, in Sachsen dagegen signifikant über dem Bundesdurchschnitt.
(Quelle: RKI - Daten und Fakten: Ergebnisse der Studie »Gesundheit in Deutschland aktuell 2009«)

Anfang März ist, mit etwas Verspätung, das Jahrbuch SUCHT 2010 erschienen. Grund der Verspätung war, dass noch einige Statistiken abgewartet wurden. Das heisst für den Leser: Er erhält die derzeit aktuellsten Zahlen, Fakten, Trends und Anschriften aus dem Suchtbereich. 
