Schweiz
Eingeschränkter Alkoholverkauf in Illnau-Effretikon
Um Lärm und Littering entgegenzuwirken, verkauft die ESSO-Tankstelle in Effretikon ab April abends Alkohol nur noch eingeschränkt. Am 11. November 2010 verabschiedete der Stadtrat sein Schwerpunktprogramm für die Amtsdauer 2010 – 2014. Einer der 21 Schwerpunkte lautet „Eine sichere Stadt, in der sich alle wohl fühlen.“
Ein neuralgischer Punkt für nächtlichen Lärm und Unruhe ist die ESSO-Tankstelle im Zentrum Effretikons. Deshalb sassen die Verantwortlichen der Stadt und der ESSO-Tankstelle zusammen und suchten nach Lösungen. An der Medienkonferenz vom 23. März präsentierten sie das Resultat der Besprechungen.
Anwesend waren Bertrand Cornaz, HR/PR-Manager ESSO Schweiz, Henryk Chudzia, Georg Hausladen und Xavier Olsson, Retail Operating Company (Tankstellenbetreiber) und Beat Peter, Filialleiter ESSO-Tankstelle Effretikon. Seitens der Stadt waren Salome Wyss, Stadträtin und Abteilungsvorsteherin Sicherheit, Andreas Zanni, Abteilungsleiter Sicherheit, Roland Grichting, Chef der Stadtpolizei und Roman Imhof, Leiter der städtischen Jugendarbeit vertreten.
Nachbar- und Passantenschutz
Vor allem in der warmen Jahreszeit verbringen Jugendliche und junge Erwachsene ihre nächtliche Freizeit auf dem Tankstellengelände der ESSO und den umliegenden Örtlichkeiten wie dem Märtplatz oder dem Trittliweg. Passanten und Anwohner fühlen sich durch die Gruppierungen unsicher und durch den Lärm gestört. Dazu kommen die herumliegenden lästigen Abfälle. Die Tankstellenbetreiber sind sich der Problematik bewusst. Sie engagieren bereits einen Sicherheitsdienst, der um die Tankstelle für Ruhe und Ordnung sorgt. Ebenso ergaben Testkäufe für den Tankstellenshop gute Ergebnisse: Es wurde kein Alkohol an unter 18-jährige und kein Bier an unter 16-jährige verkauft.
Schweizweite Premiere
Einzigartig in der Schweiz geht ESSO in Effretikon einen Schritt weiter: Ab April wird nach 20 Uhr kein Alkohol mehr an unter 21-jährige verkauft. „16- bis 21-jährige neigen mehr zu irrationalen Handlungen wie über 21-jährige“, begründet Henryk Chudzia diese Massnahme. „Über den Weiterverkauf auf der Strasse haben wir leider keine Macht“, so Chudzia weiter.
Das Tankstellenpersonal wird durch Fachleute der Suchtpräventionsstelle geschult, da es schon vorkommen kann, dass jemand lauter oder gar aggressiv wird.
Erste Erkenntnisse Ende Juni
Stadträtin Salome Wyss weiss die Bereitschaft der ESSO zu schätzen: „Wir hoffen, die Signalwirkung funktioniert. Ende Juni werden die Ergebnisse evaluiert“. Sie spricht die Erfahrungsberichte der verschiedenen involvierten Stellen an. Im Projektausschuss der Stadt arbeiten die Abteilungen Sicherheit, Gesundheit, Schule, Soziales und Jugend und Sport zusammen. Von allen Seiten werden Rückmeldungen erwartet, nach denen dann das weitere Vorgehen beschlossen wird.
(Quelle: Stadt Illnau-Effretikon)


