Hessen
Exzessiver Alkoholkonsum bei Jugendlichen mittlerweile zweithäufigste Ursache für Klinikeinweisungen
Das so genannte "Komasaufen" bei Jugendlichen ist in Hessen mittlerweile in der Liste der häufigsten Ursachen für Klinikaufenthalte auf Platz 2 vorgerückt. Die Zahl der Jugendlichen zwischen 15 und 25 Jahren, die in Hessen wegen exzessiven Alkoholkonsums im Krankenhaus behandelt werden müssen, steigt weiter an und hat sich zwischen den Jahren 2000 und 2008 mehr als verdoppelt.
Im Jahr 2008 mussten mehr als 2.200 Jugendliche wegen dieser Diagnose im Krankenhaus behandelt werden. Im Jahr 2000 waren es lediglich rund 1.000. Damals stand das Rauschtrinken noch auf Rang 12 in der Liste der häufigsten Krankenhausaufenthalte. Das teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in Frankfurt mit.
Jugendliche haben eine ganze Reihe von Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. Dazu gehört auch, den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu lernen. "Als Heranwachsende werden sie neugierig und wollen alkoholische Getränke ausprobieren. Sie wollen erwachsen sein, ihre Grenzen austesten und gehen dabei auch oft Risiken ein. Der lockere Umgang mit Alkohol zeigt, dass die Jugendlichen viel zu wenig über die möglichen Folgen des Alkoholkonsums wissen", so Denise Jacoby, Sprecherin der TK in Hessen.
Die TK setzt deshalb auf professionelle Suchtberater, die in einem individuellen und vertrauensvollen Gespräch über die gesundheitlichen und sozialen Folgen des Komasaufens aufklären. Dabei geht es insbesondere darum, über die Risiken des Alkoholkonsums zu informieren. Zudem haben die Jugendlichen Gelegenheit, über die Gründe ihres Alkoholkonsums zu sprechen. Laut den Suchtberatern der TK zeigt sich dabei häufig, dass die Teenager gar nicht wissen, welche Mengen Alkohol in den Getränken enthalten sind und dass ihnen auch nicht bewusst ist, welche zum Teil erheblichen Folgen das Trinken für das eigene soziale Umfeld, die schulischen Leistungsfähigkeit und die eigene Gesundheit hat.
Bei vielen Kindern und Jugendlichen spielt auch das Umfeld eine wichtige Rolle. Wenn in der Familie, im Freundeskreis oder im Sportverein bereits sorglos Alkohol konsumiert wird, besteht auch für die Kinder eine größere Gefahr, dieses Verhalten zu übernehmen. Deshalb begrüßen es die Suchtberater ausdrücklich, wenn die Jugendlichen Eltern oder Freunde zum Beratungsgespräch mitbringen. "Viele Kinder trinken vor allem in der Gruppe, möchten nicht außen vor bleiben, wenn alle trinken. Wir müssen den Kindern den Rücken stärken und ihnen zeigen, dass man nicht mitmachen muss", so Jacoby.
Hintergrund
Die Techniker Krankenkasse (TK) bietet in Frankfurt am Main und mehr als 20 weiteren Metropolregionen in Deutschland eine professionelle Beratung für Jugendliche zum Thema Alkoholkonsum an. Jugendliche und Familien, die Interesse an der Motivationsberatung haben, können sich telefonisch unter der kostenlosen Hotline 0800 - 285 00 85 bei der TK melden. Die Hotline ist von Montag bis Donnerstag zwischen 8 und 18 Uhr und am Freitag zwischen 8 und 16 Uhr erreichbar.
(Quelle: Techniker Krankenkasse Hessen)
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