Freitag, 10. Februar 2012

Britische Regierung ergreift Maßnahmen

Flatrate-Parties sollen unter Strafe verboten werden

Falls die Pläne der  Regierung umgesetzt werden, sind in England und Wales künftig Flatrate-Partys und Trink-Wettbewerbe in den Pubs verboten. Den Wirten droht dann ein Bußgeld oder sogar eine Haftstrafe.

Innenminister Allan Johnson sieht es als Pflicht, jetzt endlich zu reagieren. Die Tories wollen den kommunalen Behörden mehr Möglichkeiten geben, „problematische“ Pubs und Bars zu reglementieren.

In England und Wales kommen, nach Schätzungen, über 40.000 Menschen durch Alkoholmissbrauch  zu Tode. Allein durch alkoholbedingte Verbrechen und Ordnungswidrigkeiten entsteht dem Staat ein Schaden von umgerechnet fast 15 Mrd. Euro.

Wenn der Vorschlag der Regierung die Zustimmung des Parlaments findet, wird es neue rechtsverbindliche Richtlinien für die Kneipiers geben. Die Labour-Partei fordert, dass das Personal das Alter der Kunden strenger überprüfen muss, kostenloses Leitungswasser anbietet, dass Flatrate-Partys und Saufwettbewerbe verboten werden und kleinere Trinkmengen angeboten werden.

Die konservativen Tories wollen den Kommunen die Möglichkeit geben, auffällige Pubs und Bars ad-hoc zu bestrafen, besonders problematische alkoholische Getränke wie Starkbier und Alkopops mit einen Zusatzsteuer zu versehen und den Pubs, die wiederholt die Auflagen verletzen, die Konzession zu entziehen.

Die Liberaldemokraten hatten bereits deutlich gemacht, dass sie „verantwortungslose“ Werbeaktionen, wie Flatrate-Partys, unterbinden wollen, indem ein Mindestpreis für alkoholische Getränke festgelegt wird. Sie stehen auch für eine "one-strike-and-you're-out"-Politik ein, was heißt, dass ein Betrieb seine Lizenz verliert, wenn es auch nur einmal erwischt wird, dass er Alkohol an Kinder verkauft.

Während der britische Medizinerverband und die Polizeigewerkschaft die Vorschläge sehr positiv aufnahmen, war die "British Beer and Pub Association" nicht gerade gegeistert. Sie stellte die Vorschläge als ziemlich einseitig und unausgewogen dar, da 70 Prozent des Alkohol über Supermärkte verkauft wird, die weiterhin mit Werbeangeboten Kunden locken dürften.
(Quelle: BBC News)
 

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