Niederösterreich
Fetales Alkoholsyndrom: Gesundeslandesrätin fordert Warnhinweise auf alkoholischen Getränken
Im Rahmen einer Pressekonferenz ging Landesrätin Mag. Karin Scheele heute, Dienstag, 2. März, in St. Pölten auf die negativen Folgen von Alkohol in der Schwangerschaft ein. „Das Alkoholsyndrom gehört zu den häufigsten Behinderungen bei Neugeborenen, obwohl es zu 100 Prozent vermeidbar wäre", sagte Scheele, die auch betonte: „Alkohol ist für das ungeborene Kind ein Gift, das zu dauerhaften Behinderungen, Schädigungen und Fehlentwicklungen führt. Rund 10 von 1.000 Neugeborenen sind davon betroffen."
Bezogen auf die 14.000 jährlich in Niederösterreich geborenen Babys bedeute dies, dass geschätzte 14 Neugeborene mit dieser Problematik auf die Welt kommen.
Im Zuge der Pressekonferenz ging Scheele auch auf die diesbezüglich dringend benötigte Bewusstseinsbildung ein. „Eine Möglichkeit dazu ist die Anbringung von Warnhinweisen auf Verpackungen mit alkoholischem Inhalt. Dabei geht es nicht um den mahnenden Zeigefinger, sondern um Aufklärung. Viele Frauen wissen gar nicht, dass sie bereits mit einer kleinen Menge Alkohol ihr Kind für ein ganzes Leben schwer schädigen können", so die Landesrätin.
„Die Wirkung von Alkohol auf Neugeborene unterscheidet sich erheblich von der Wirkung auf Erwachsene", ergänzte Dr. Sabine Fiala-Preinsperger, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Der Alkohol gelange rascher in den Blutkreislauf und wirke unmittelbar schädigend auf die Zellen und somit die gesamte Organentwicklung. Hinzu komme, dass die Leber des ungeborenen Kindes kaum in der Lage sei, den Alkohol abzubauen. „Es gibt keine Medizin gegen diese künstlich erzeugte Erkrankung", so Fiala-Preinsperger weiter. Lediglich intensive, geduldige und langjährige Förderung in möglichst stabilen Verhältnissen könne eine Verbesserung der Entwicklung des Kindes bewirken.
Im Landesklinikum Mödling gibt es seit zwei Jahren eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Versorgung der Babys von alkohol- und drogenabhängigen Müttern befasst.
(Quelle: Pressemitteilung des Landes Niederösterreich)
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