Freitag, 10. Februar 2012

Brandenburg

Gesundheitsministerin verteidigt umstrittenes Präventionsprogramm „Schlau statt Blau“

Brandenburgs Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke) verteidigt das umstrittene Präventionsprogramm «Lieber schlau als blau» weiterhin, berichtet „Berlin Online“.  In ihrer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage aus den Reihen der Grünen verwies sie auf einen Beschluss der Landessuchtkonferenz und die fachlichen Empfehlungen von Vertretern mehrerer Ministerien, von Krankenkassen, des Landeskriminalamts sowie der Zentralstelle für Suchtprävention, schreibt der Online-Dienst weiter.

Zentraler Bestandteil des Projekts ist ein sogenannter Trinkworkshop, in dem Jugendliche unter Aufsicht Alkohol konsumieren sollen. In der Anfrgae wurde betont, dass in zahlreichen Jugendklubs und etwa 25 Schulen diese Workshops durchgeführt worden seien. Dabei sollen den Schülern bis zu vier „Trinkeinheiten“ verabreicht worden, die insgesamt einer Menge von 0,8 Litern Wein oder 1,33 Litern Bier entsprachen.

„In einer Übung des Programms werden die Jugendlichen dazu angehalten zu prüfen, ob diese Erwartungen sich tatsächlich bereits bei kleinen Alkoholmengen - also noch im risikoarmen Bereich - einstellen“, wird die Ministerin zitiert. Die Teilnehmer würden erfahren, dass Alkohol negative Effekte beim Verhalten hervorrufe und sich positive Effekte durch weiteres Trinken nicht steigern ließen. Die Bestimmungen des Jugendschutzgesetzes sollen dabei streng beachtet werden. Soweit der Bericht von „Berlin Online“.

Minsterin Lack scheint den meisten Alkohol-Fachleuten einiges voraus zu haben, da sie den „risikoarmen Bereich“ beim Alkohol-Konsum von Jugendlichen kennt. Sie könnte der Alkohol-Forschung einen großen Gefallen tun und Kosten sparen, wenn sie ihn auch benennen würde. Die meisten ernst zu nehmenden Fachleute sind allerdings der Meinung dass es einen „risikoarmen“ Alkohol-Konsum bei Jugendlichen nicht gibt - und mit Sicherheit nicht bei 0,8 Litern Wein anzusiedeln ist.

Das Programm „Schlau statt blau“ war im Juni dieses Jahres unter heftige Kritik geraten, nachdem sich die Bildungsverwaltung einschaltete, als das Projekt auch in Berlin vorgestellt werden sollte, und die Veranstalter bat, davon abzusehen.

Es hebele die Zielsetzung der Berliner Suchtprävention aus, den Beginn des Alkoholkonsums so weit wie möglich hinauszuschieben, hatte die Berliner Bildungsverwaltung dem Bezirkselternausschuss, der die Veranstaltung durchführte, mitgeteilt. Johannes Lindenmeyer, Direktor der Salus Klinik, der das Programm leitet, sollte wieder ausgeladen werden.
(Quelle: Berlin Online)
 

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