Die meisten Verfehlungen bei großen Veranstaltungen

Kanton Aargau: Über 1.200 Alkohol-Verkaufsstellen wurden geprüft

42 Gemeinden beteiligten sich am breit angelegten Suchtpräventionsprojekt "Systematisierte Alkoholtestkäufe in den Gemeinden des Kantons Aargau", das unter Führung des Departements Gesundheit und Soziales (DGS) zwischen Mai 2008 und Oktober 2010 umgesetzt wurde. Nun liegt der Abschlussbericht vor.

Das Testkauf-Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Blauen Kreuz Prävention und Gesundheitsförderung AG/LU, der Suchtprävention Aargau und dem Verband Aargauer Gemeindepolizeien durchgeführt. Im Unterschied zu punktuellen Aktionen war das Projekt in ein fachliches Konzept eingebettet, was sich sowohl bei der Durchführung als auch bei der Auswertung als vorteilhaft erwies. Ziel war dabei nicht, möglichst viele Fehlverkäufe aufzudecken, sondern eine nachhaltige Sensibilisierung der Alkoholverkaufsstellen und Verantwortungsträger zu erwirken. Aus diesem Grund wurden die in drei Phasen durchgeführten Testkäufe im Vorfeld schriftlich angekündigt. Zudem wurde bei Bedarf eine kostenlose Beratung oder Schulung angeboten.

Nach der Grunderhebung in der Phase 1 wurden in den Phasen 2 und 3 nur noch diejenigen Verkaufsstellen geprüft, die in den vorangegangenen Tests fälschlicherweise Alkohol an Jugendliche verkauft hatten. Nach dem zweiten Fehlverkauf wurden die Verkaufsstellen verwarnt, bei dreimaligem unerlaubtem Verkauf an Jugendliche erfolgte eine Verzeigung. Bei jedem Kontakt wurden die kostenlosen Angebote von Beratung und Schulung wiederholt.

Die Tests wurden branchenspezifisch ausgewertet und erlauben eine differenzierte Beurteilung. Tankstellenshops erreichten sehr gute Resultate; ab der zweiten Phase kamen keine Fehlverkäufe mehr vor. Detailhandel und Restaurants verbesserten ihre Quote immerhin auf rund 15 Prozent in der dritten Phase. Als problematisch erwies sich das Verkaufsverhalten bei Imbissständen, die auch bei der dritten Testung noch eine Fehlerquote von über 30 Prozent aufwiesen. Ein besonderes Augenmerk wurde grösseren Veranstaltungen gewidmet: Bei deren Testungen wurden Fehlerquoten von mehr als 50 Prozent nachgewiesen. Über alles gesehen verbesserten sich die Alkoholverkaufsstellen in den drei Phasen jedoch von 40,7 über 30,2 auf 28,0 Prozent.

Die Projektgruppe hält in ihrem Abschlussbericht fest, dass den gesetzlichen Jugendschutzbestimmungen mit einmaligen Testungen nicht zum Durchbruch verholfen werden kann. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzeugen, müssen die verantwortlichen Gemeinden gezielte individuelle oder breit angelegte weitere Testkäufe veranlassen. Um sie darin zu unterstützen, werden ihnen in diesen Tagen eine Broschüre zum Abschluss des Projekts sowie der Abschlussbericht zugestellt. Darin sind Vorgehensvorschläge und Beratungsangebote aufgelistet. Zudem bietet das DGS finanzielle Unterstützung bei der Testung von Veranstaltungen mit überregionaler Ausstrahlung an.
(Quelle: Medienbericht Kanton Aargau)

Projektabschlussbericht (pdf, 10S., 78kB)