Russland
Kreml startet neue Anti-Alkoholkampagne
Präsident Medwedew will endlich verstärkt gegen den Alkoholkonsum in seinem Land vorgehen, meldet "Russland-Aktuell". Neue Gesetze und die Gleichsetzung von Bier und Wodka sollen den Alkoholkonsum verringern. Durchschnittlich konsumierten seine Landsleute zuletzt 18 Liter reinen Alkohol pro Kopf.
Das Gesundheitsministerium wurde beauftragt bis Ende des Jahres ein staatliches Programm vorzulegen. Medwedew machte, laut Russland Aktuell, die ersten Vorschläge bereits selbst: Er forderte härtere Strafen für den Verkauf an Minderjährige und setzt sich dafür ein, dass Bier und Mischgetränke denselben Regeln unterliegen sollten wie Wodka.
Gerade der Bierabsatz ist in Russland sehr gestiegen. 12 Mrd. Liter Bier wurden im vergangenen Jahr verkauft. Der Gerstensaft ist in Russland meist billiger als alkoholfreie Getränke. Deshalb soll auch die Alkoholsteuer für Brauereien verdreifacht werden. Umgerechnet auf den Verkaufspreis, wäre das eine Erhöhung von 45 auf 60 Cent.
Präsident Medwedew hat Bier auch als Einstiegsgetränk für härtere Alkoholika ausgemacht, schreibt der Online-Dienst weiter, und will auch die Gesetzgebung für die Werbung verschärfen. Spirituosen dürfen im russischen Fernsehen gar nicht beworben werden, Bierwerbung ist ab 22 Uhr erlaubt und wird kräftig praktiziert.
Die großen Brauereien gehören zu den größten Auftraggebern im TV-Werbemarkt. Sender wären von dem Verbot stark betroffen. Russland scheint aber erkannt zu haben, das diese wirtschaftlichen Interessen in keinem Verhältnis zum volkswirtschaftlichen Schaden stehen, den der Alkohol anrichtet.
Bereits in der 80ern startete der damalige Präsident Gorbatschow eine große Anti-Alkohol-Kampagne, die aber langfristig keinen Erfolg brachte. Damals wuchs der Schwarzmarkt und der Anteil an minderwertigen, noch schädlicheren, Alkohol wuchs bedenklich.
(Quelle: Russland-Aktuell)

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