Zum Weltdrogentag

Legale Drogen für rund 83 Prozent der Krankenhausbehandlungen wegen psychischer und Verhaltensstörungen verantwortlich

Im Jahr 2009 wurden in den bayerischen Krankenhäusern 62 728 vollstationäre Behandlungen von Patienten mit psychischen und Verhaltensstörungen, verursacht durch psychotrope Substanzen, durchgeführt; dies waren um 2,2 Prozent mehr als 2008. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung weiter mitteilt, waren in 83 Prozent der Fälle die Patienten aufgrund des Konsums von legalen Drogen in stationärer Behandlung.

Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung anlässlich des Weltdrogentages mitteilt, wurden im Jahr 2009 in den bayerischen Krankenhäusern 62 728 vollstationäre Behandlungen von Patienten durchgeführt, die (als Hauptdiagnose) psychische und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen zeigten (psychotrope Substanzen sind Drogen wie z.B. Tabak, Alkohol, Opium, Cannabis, Kokain, Tabletten sowie flüchtige Lösungsmittel). Dies waren rund 2,2 Prozent mehr als im Vorjahr (2008: 61 367) und rund 3,4 Prozent mehr als neun Jahre zuvor.

Bei 52 060 Fällen waren der Konsum von legalen Drogen wie Alkohol, Tabak, pharmazeutische und chemische Produkte verantwortlich für die Störung. Dies entsprach fast 83 Prozent aller Behandlungsfälle wegen psychischer und Verhaltensstörungen aufgrund psychotroper Substanzen. Illegale Drogen wie Heroin, Kokain, Opium und Cannabis waren dagegen „nur“ in 10 668 Fällen verantwortlich für einen vollstationären Krankenhausaufenthalt.

Bei mehr als zwei Dritteln (69 Prozent) aller aufgrund des Konsums legaler Drogen erfolgten Krankenhaus-Behandlungen waren die Patienten männlich. Mit Blick auf das Alter der Patienten mit der Hauptdiagnose Konsum von legalen Drogen zeigt sich, dass in 23 Prozent der Fälle die Patienten jünger als 30 Jahre waren. Dabei ist auffallend, dass die Fallzahlen in der Altersgruppe der 15- bis unter 20-Jährigen sprunghaft ansteigen gegenüber der Altergruppe 15 Jahre oder jünger, dann aber auch wieder stark sinken. Erst die Altersgruppen ab 40 bis unter 55 Jahre haben wieder einen vergleichbar hohen oder noch höheren Behandlungsbedarf aufgrund des Genusses legaler Drogen.

Bei den Krankenhaus-Behandlungen aufgrund des Konsums illegaler Drogen waren sogar nahezu drei Viertel aller Patienten männlich. In fast 51 Prozent der Fälle waren die Patienten noch keine 30 Jahre alt. Ein sprunghafter Anstieg der Fallzahlen ist hier in der Altersgruppe der 20- bis unter 25-Jährigen zu verzeichnen.
(Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik, dort auch eine tabellarische Übersicht)