Fernsehtipp ARTE
Mein Name ist Joe
Nach jahrelanger Alkoholabhängigkeit scheint Joe wieder im Leben angekommen zu sein: Er besucht regelmäßig die Anonymen Alkoholiker, trainiert eine Fußballmannschaft und verliebt sich in die Sozialarbeiterin Sarah. Doch der Alltag im Glasgower Arbeiterviertel holt ihn ein. Ken Loachs Geschichte reflektiert die Wirklichkeit einer Zwei-Klassen-Gesellschaft im Glasgow der 90er Jahre, in der die Gratwanderung zwischen Überleben und Absturz nur eine Frage des Zufalls ist.
Nach jahrelanger Alkoholsucht hat der 37-jährige Joe es endlich geschafft. Er ist trocken und geht zu den Anonymen Alkoholikern, wo er sich immer wieder mit denselben Worten vorstellt: "Mein Name ist Joe. Ich bin Alkoholiker." Voller Idealismus widmet er sich dem Training der wohl schlechtesten Fußballmannschaft Schottlands, die sich gleichwohl den Luxus leistet, in Trikots der deutschen Weltmeisterelf von 1974 zu spielen.
Als einer seiner Schützlinge, Liam, der eine heroinsüchtige Frau und ein kleines Baby hat, in Schwierigkeiten gerät, lernt Joe die Sozialarbeiterin Sarah kennen. Obwohl beide sehr unterschiedliche Vorstellungen davon haben, wie man Liam helfen kann, nähern sich die beiden behutsam und respektvoll, bald auch zärtlich einander an. Doch als Joe, um Liam zu helfen, einen Job als Drogenkurier übernimmt, verlässt Sarah ihn. Joe greift wieder zur Flasche und ist nicht zurechnungsfähig, als der von der Drogenmafia verfolgte Liam bei ihm Zuflucht sucht.
Ken Loachs Geschichte spielt im vom Wohlstand vergessenen Glasgower Arbeiterviertel Ruchill. Zwei couragierte und verwundbare Menschen versuchen, mit den Bedingungen einer Gesellschaft zurechtzukommen, die ihnen nur wenig Möglichkeiten zur freien Entfaltung lässt. Der Film erkundet den Widerstreit der Gefühle zwischen Joe und Sarah und deren von Drogen, Prostitution und Gewalt geprägtem Umfeld.
"My Name Is Joe" brachte dem Schauspieler Peter Mullan bei den Filmfestspielen in Cannes 1998 den Preis für den besten Hauptdarsteller ein. Unter anderem gewann der Film den Publikumspreis in Locarno und den British Independent Film Award.
(Quelle: ARTE)


