Leipzig
Mit HaLT aktiv gegen schädlichen Alkoholkonsum bei Kindern und Jugendlichen
Ab dem 9. August startet in Leipzig das Projekt HaLT (Hart am Limit) gegen den exzessiven Alkoholkonsum von Kindern und Jugendlichen. Es richtet sich in erster Linie an junge Leute, die mit einer akuten Alkoholvergiftung in die Universitätsklinik eingeliefert werden müssen.
Noch am Krankenbett erhalten die Kinder und Jugendlichen eine Beratung durch eine Fachkraft. Im Gespräch werden der Vorfall und die Begleitumstände des Alkoholkonsums reflektiert. Die Jugendlichen sollen für einen verantwortungsbewussten und unschädlichen Umgang mit Alkohol sensibilisiert werden. Sie werden motiviert, an einem eineinhalbtägigen Gruppenangebot teilzunehmen. Dort diskutieren sie mit Gleichaltrigen die Hintergründe ihres Alkoholkonsums, lernen Risiken besser einzuschätzen und Gruppendruck zu widerstehen.
„Studien belegen die Wirksamkeit ähnlicher Kurzinterventionen,“ so Sylke Lein, Suchtbeauftragte der Stadt Leipzig. „Wir wollen Einfluss auf die Risikogruppe nehmen, Rückfälle verhindern und spätere Alkoholikerkarrieren verhindern.“
Neben der direkten Arbeit mit den Jugendlichen liegt ein weiteres Augenmerk auf der Stärkung des Jugendschutzes. Daher arbeitet das HaLT-Projekt auch mit Veranstaltern, Händlern und der Polizei zusammen - mit dem Ziel, dass Alkohol konsequent nicht an Minderjährige verkauft wird. Durch Aktionen, Schulungen und Öffentlichkeitsarbeit soll eine Kultur des Hinsehens und Gegensteuerns entwickelt werden. Das Projekt will für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol und die Einhaltung der Jugendschutzgesetze werben und die Vorbildfunktion von Erwachsenen betonen.
In Leipzig sind an der Umsetzung die Universitätskinderklinik, das Projekt Drahtseil des Zentrums für Integration e.V., der Arbeitskreis Suchtprävention der Stadt Leipzig, der Jugendhaus Leipzig e. V. und das Ordnungsamt beteiligt. Die Koordination haben das Gesundheitsamt und das Jugendamt gemeinsam übernommen. Es wird von der AOK Plus gefördert.
2009 wurden in der Universitätsklinik 63 Jungen und 23 Mädchen im Alter von 13 bis 18 Jahren mit einer akuten Alkoholvergiftung behandelt. Deutschlandweit ist nach wie vor ein Anstieg des Phänomens zu beobachten, das auch als Koma-Saufen oder Binge-Drinking bekannt ist.
(Quelle: Pressemitteilung der Stadt Leipzig)
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