Donnerstag, 23. Februar 2012

Verkehrsclub Österreich (VCÖ)

Österreich: In diesem Jahr massiver Anstieg der tödlichen Alkohol-Unfälle

Eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt, dass heuer bereits in den ersten neun Monaten mehr Personen durch Alko-Unfälle im Straßenverkehr ums Leben gekommen sind als im gesamten Vorjahr. Der VCÖ warnt, dass im Dezember der Anteil der Alkohol-Unfälle höher ist als im Jahresschnitt. Bereits ein Punsch kann bis zu 0,4 Promille verursachen.

Das erste Mal seit dem Jahr 2002 ist heuer die Zahl der tödlichen Alkohol-Unfälle gestiegen, und das gleich massiv“, macht VCÖ-Expertin DI Bettina Urbanek aufmerksam. Allein in den ersten neun Monaten starben mehr Menschen durch Alkohol-Unfälle im Straßenverkehr als im gesamten Vorjahr, wie die VCÖ-Analyse zeigt. 34 Menschenleben forderte allein in den ersten neun Monaten Alkohol am Steuer, um neun mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im gesamten Jahr 2010 kamen 33 Menschen bei Alkohol-Unfällen ums Leben. "Das Bewusstsein über die Gefahren von Alkohol am Steuer scheint wieder zu sinken", befürchtet VCÖ-Expertin Urbanek.

Im Bundesländer-Vergleich gab es in Niederösterreich die meisten Todesopfer, 14 Personen kamen in den ersten neun Monaten bei Alkohol-Unfällen ums Leben – doppelt so viele wie zur gleichen Zeit des Vorjahres. Die VCÖ-Analyse zeigt, dass es auch in der Steiermark, in Oberösterreich, im Burgenland, in Vorarlberg und in Wien mehr tödliche Alkoholunfälle gab. Weniger tödliche Alkohol-Unfälle passierten heuer in Kärnten, Salzburg und Tirol.

Dabei steht mit dem Dezember ein Monat bevor, in dem traditionell der Anteil der Alkohol-Unfälle hoch ist, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Allein im letzten Dezember kamen sechs Menschen bei Alkohol-Unfällen im Straßenverkehr ums Leben, 234 wurden verletzt. 7,1 Prozent der Verkehrsunfälle wurden im Dezember von alkoholisierten Lenkern verursacht, im Jahresschnitt waren es im Vorjahr 6,4 Prozent.

Ein Grund für den höheren Anteil von Alkohol-Unfällen ist die Punschzeit. Der VCÖ erinnert, dass ein Punsch bis zu 0,4 Promille verursachen kann. „Auch beim Punschtrinken gilt die Devise „Don’t drink and drive“. Schon ab 0,3 Promille verschlechtert sich die Reaktionszeit. Bei 0,5 Promille steigt das Unfallrisiko auf das Doppelte“, betont VCÖ-Expertin Urbanek. Wer mit dem Auto unterwegs ist, sollte mit alkoholfreien Punsch Vorlieb nehmen.

Der VCÖ fordert, dass ein Teil der Einnahmen aus den Verkehrsstrafen für die Finanzierung von Anrufsammeltaxis, Zugverbindungen am Abend und für Nachtbusse verwendet wird. „Gerade in den ländlichen Regionen fehlt es meist an sicheren Alternativen zum Auto“, stellt VCÖ-Expertin Urbanek fest.
(Quelle: VCÖ)

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