"Safe & Sober"

Österreich: Pilotprojekt mit Alkohol-Interlock

Alkohol am Steuer zählt nach wie vor zu den häufigsten Todesursachen im Straßenverkehr - im Schnitt könnte bis zu einem Drittel aller tödlichen Unfälle auf alkoholisiertes Fahren zurückzuführen sein. Allein im Zeitraum Jänner bis August 2010 passierten bereits 1.513 Alkoholunfälle (Jänner bis August 2009: 1.395). Anlässlich der Kampagne "Safe & Sober" des Europäischen Verkehrssicherheitsrates (ETSC), die auf unterschiedlichen Ebenen ansetzt, um Alkoholunfälle zu reduzieren, veranstaltete das KfV gestern eine Fachenquete, insbesondere alkoholisiertes Fahren im Berufsverkehr und eine Methode zur Prävention von Alkoholunfällen wurde von den Experten diskutiert: Der Einsatz von Alkohol-Interlock-Geräten.

Einsatz von Alkohol-Interlock zur Unfallprävention
Alkohol-Interlocks sind technische Vorrichtungen im Fahrzeug, in die
vor Einschalten der Zündung Atemluft geblasen werden muss. Im Gerät wird elektrochemisch die Alkoholkonzentration in der Atemluft gemessen: Nur wenn der gemessene Wert geringer ist als der voreingestellte Grenzwert, wird die Zündung freigegeben. Übersteigt der Messwert die zulässige Grenze, so blockiert die Zündung, und es kann erst wieder nach einem vorher definierten Intervall versucht werden, das Auto zu starten. "Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern zeigen, dass sich Alkohol-Interlocks bewährt haben. In Schweden sind bereits knapp 80.000 solcher Alkoholschlösser in Berufskraftfahrzeugen installiert", sagt Othmar Thann, Direktor des
KfV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Pilotprojekte mit Alkolenkern und Berufskraftfahrern
Pro Jahr gibt es in Österreich rund 30.000 Führerscheinentzüge infolge alkoholisierten Fahrens. In einem Pilotprojekt des KfV wird derzeit der Einsatz von Alkohol-Interlocks in Fahrzeugen von Lenkern, die bereits durch alkoholisiertes Fahren auffällig wurden, getestet. "Führerscheinentzug hat oft einschneidende Folgen, beispielsweise wenn jemand vom Auto abhängig ist, um den Arbeitsplatz zu erreichen.

Der Einbau von Alko-Interlocks als Rehabilitationsmaßnahme wäre ein neues Angebot zur frühzeitigen Rückerlangung der Fahrberechtigung und erhöht die Verkehrssicherheit", so Thann. In Holland ist der Einbau der Fahrsperre für Alkolenker, die bei Polizeikontrollen mit mehr als 1,3 Promille erwischt wurden, ab 2011 bereits Pflicht.

Ein zweites Pilotprojekt des KfV soll Berufskraftfahrer daran hindern, alkoholisiert mit ihren schweren Fahrzeugen am Verkehr teilzunehmen. Der Anteil von LKW-Lenkern, die unter Alkoholeinfluss fahren, ist in Österreich zwar gering. Wenn aber etwas passiert, ist die Gefährdung für beteiligte Verkehrsteilnehmer extrem hoch. In Kooperation mit der WKO wurden in 31 Fahrzeugen von 23 Unternehmen Alkohol-Interlocks eingebaut. "In einigen Ländern sind Maßnahmen mit Alkohol-Interlocks gängige Praxis. In Schweden sind bereits zehntausende LKW und Busse mit eingebauten Alkolock Geräten unterwegs. In Österreich wäre der Einbau dieser Vorrichtungen vor allem für Lenker denkbar, die Verantwortung für sehr viele Leben tragen, wie etwa Schulbuslenker", schließt Thann.
(Quelle: Pressemitteilung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit)