Im Reintext:
Pressemitteilung des BSI - Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V.
Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und
-Importeure e. V. (BSI) unterstützt die Ausrichtung der
Alkoholpolitik der Drogenbeauftragten, Mechthild Dyckmans
Frankfurt/Bonn (BSI) – Bei einem Roundtable mit Vertretern des
Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. und der Presse stellte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans, die Grundzüge ihrer Alkoholpolitik vor:
Verkaufsbeschränkungen, Werbeverboten und neuen gesetzlichen
Reglementierungen erteilte sie eine Absage. Als Schwerpunkte ihrer
Arbeit definierte sie die Aufklärung von Schwangeren bezüglich eines
konsequenten Verzichts auf alkoholhaltige Getränke, die Reduzierung
des so genannten Rauschtrinkens und die konsequente Umsetzung des Jugendschutzgesetzes in Bezug auf die Abgabe von alkoholhaltigen Getränken.
Ausdrücklich lobte die Drogenbeauftragte die Aktivitäten des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ des BSI: „Die Kampagnen des BSI zur Unterstützung der Alkoholprävention in Familien durch die Stärkung der Elternvorbilder, die Aufklärung der Schwangeren sowie die Schulungsinitiative Jugendschutz’ sind gute Beispiele, wie eine ganze Branche aktiv Verantwortung übernimmt und diese auch lebt“, so Dyckmans in Frankfurt.
Der BSI sicherte der Drogenbeauftragten der Bundesregierung seine
nachhaltige und aktive Unterstützung im Bereich der Alkoholprävention zu. „Wir sind uns unserer Verantwortung bewusst, leisten einen effektiven Beitrag und werben an dieser Stelle dafür, mit allen gesellschaftlichen Gruppierungen – staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen – aktiv zu kooperieren“, so die BSI-Geschäftsführerin Angelika Wiesgen-Pick.
Die Bundestagsabgeordnete und Berichterstatterin der Arbeitsgruppe
Gesundheit der CDU/CSU-Fraktion, Karin Maag, war mit Dyckmans auf
einer Linie. Zu dem in Baden-Württemberg in Kraft getretenen
Alkoholverbot äußerte sie sich eher skeptisch: „Ob die gesteckten Ziele erreicht werden, muss die Evaluation beantworten. Ich sehe die Gefahr, dass die Jugendlichen auf Vorratskäufe ausweichen. Wir müssen vor allem darauf hinwirken, dass der Alkoholmissbrauch in den Jugendcliquen keine Akzeptanz mehr findet. Die Verfügbarkeit alleine macht noch keinen Rauschtrinker.“
Buchautor und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Stephan Quensel forderte ein Umdenken im Bereich der Prävention bei Kindern und Jugendlichen: „In der Alkoholprävention bestimmter Institutionen dominiert immer noch ein calvinistisch eingefärbter medizinisch-psychiatrischer Blick mit suchttherapeutischem Einschlag. Alkoholprävention scheitert als Folge dieser einseitigen Betrachtung allzu oft daran, dass sie an den Jugendlichen vorbeiredet.
Wollen wir die Jugendlichen erreichen, dann müssen wir auch
die soziale Funktion des Alkoholkonsums im kulturellen Umfeld der
Jugendlichen ernst nehmen. Aus den Ergebnissen der Jugendsoziologie heraus sollten wir eher das Ziel der Alkoholmündigkeit verfolgen und nicht absolute Abstinenz predigen“, so Prof. Dr. Quensel.
Für den Juristen und Soziologen verfehlt eine Vielzahl von Präventionsmaßnahmen ihr Ziel. „Jugendliche müssen über die negativen gesundheitlichen Risiken des unsachgemäßen Umgangs mit Alkohol informiert sein, aber bitte ohne die übliche ‚Horrorpropaganda’. Diese erreicht allenfalls die ohnehin Ängstlichen und erhöht bei den Risikofreudigen den Reiz des Bösen.“
In diesem Sinne hat der „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des BSI in den letzten drei Jahren gezielt eigene Präventions- und
Aufklärungskampagnen umgesetzt:
- Die „SCHULUNGSINITIATIVE JUGENDSCHUTZ – kurz SchuJu“, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Tankstellen, Handel und Gastronomie für die praktische Umsetzung des Jugendschutzes schult und motiviert
(www.schu-ju.de).
- Die Kampagne „KLARTEXT REDEN!“ zur Unterstützung der Alkoholprävention in Familien wendet sich mit Eltern-Workshops, Broschüren und Internetauftritt an die Eltern als wichtige Vorbilder
(www.klartext-reden.de).
- Die Broschüre „Verantwortung von Anfang an! – Leitfaden für den Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in Schwangerschaft und Stillzeit“, die sich an schwangere Frauen richtet und über gynäkologische Praxen verteilt wird.
- Die Initiative „DON`T DRINK AND DRIVE“ (www.ddad.de), die der „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ zusammen mit den Dachverbänden der Branchen Bier, Wein und Sekt fördert.
- Die Neuauflage der Broschüre „Hinsehen, Zuhören, Ansprechen! – Alkohol am Arbeitsplatz – Ein Leitfaden für die kollegiale Hilfe“ im März 2009.
(Pressemitteilung des BSI - Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V.)
siehe auch:
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