"Don't drink and drive 2010"
Rheinland-Pfalz: Landespräventionsrat startet Aktion mit Spitzenverbänden der Alkoholindustrie
Mit der Verkehrssicherheitskampagne "Don't drink and drive 2010" will der Landespräventionsrat Rheinland-Pfalz junge Autofahrer über die Gefahren von Alkohol am Steuer aufklären. Träger der Aktion sind die Spitzenverbände aus den Branchen Bier, Wein, Sekt und Spirituosen.
In Rheinland-Pfalz gab es im vergangenen Jahr 2063 Verkehrsunfälle, bei denen mindestens ein Unfallbeteiligter unter Alkoholeinfluss stand; 29 Menschen wurden getötet, 327 schwer verletzt. Fast die Hälfte der Unfälle ereignete sich den Angaben zufolge am Wochenende zwischen 22.00 und 6.00 Uhr.
Ein sogenanntes Party-Patrol-Team soll im Mai dieses Jahres insgesamt acht Großraumdiskotheken besuchen. Psychologisch geschulte Mitarbeiter sollen mit den Gästen ins Gespräch kommen und sie dazu motivieren, nüchtern zu bleiben. Sie sollen mit Gutscheinen für alkoholfreie Getränke oder anderen Begünstigungen belohnt werden. Darüber hinaus werden die jungen Menschen zur Fahrt in einem computergesteuerten "Promille-Fahrsimulator" eingeladen.
"Wir wollen mit der Aktion Risikokompetenz und Eigenverantwortung bei jungen Fahrern stärken", sagte der Landespräventionsrats-Vorsitzende Andreas Ammer am Donnerstag in Mainz. Ziel der Kampagne sei, die Zahl der alkoholbedingten Unfälle in Rheinland-Pfalz weiter zu reduzieren und möglichst viele junge Menschen über die Auswirkungen des Alkoholkonsums auf die Fahrtüchtigkeit aufzuklären. Zielgruppe seien dabei insbesondere junge Fahrer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren.
Abgesehen davon, dass solche Aktionen, über den Veranstaltungstag hinaus, wenig bewirken, stellt sich die Frage, was die Alkoholindustrie bei Präventions-Veranstaltungen überhaupt verloren hat.
Ein Bruchteil der Aufwendungen für die Werbung wird hier eingesetzt, um das Image aufzupolieren, und sich auf die Fahne zu schreiben, in vorderster Reihe den Alkoholmissbrauch und dessen Folgen zu bekämpfen. Einschneidende Veränderungen wie eine Null-Promille-Grenze oder die Versorgung der Fahrer mit Alkohol an den Tankstellen werden dagegen hintertrieben.
(Quelle: Landesregierung Rheinland-Pfalz)
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