Aktionsplan 2010 - 2014

Schweiz: Kanton St. Gallen will Alkoholmissbrauch bekämpfen

Für rund 20 Prozent der Menschen in der Schweiz ist der Alkoholkonsum ein Problem. Mit übermässigem Alkoholkonsum belasten sie sich selbst, ihre Familien und die Gesellschaft. Die Regierung handelt und hat für den Zeitraum 2010 bis 2014 einen Aktionsplan mit konkreten Vorschlägen zur Reduktion des Alkoholkonsums im Kanton St.Gallen verabschiedet. Ein spezieller Schwerpunkt ist die Reduktion des Alkoholkonsums bei Kindern und Jugendlichen.

Rund 20 Prozent der in der Schweiz lebenden Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren trinken in einem Umfang, der als gesundheitsschädigend zu bezeichnen ist. Die Folgen, die durch missbräuchlichen Konsum von Alkohol auftreten, betreffen nicht nur die einzelne Konsumentin oder den einzelnen Konsumenten, sondern belasten ebenso die Familien, das soziale Umfeld oder die Gesellschaft als Ganzes.

Bedenklicher Trend zum Rauschtrinken
Übermässiger Alkoholkonsum ist nicht nur ein Problem der Erwachsenen, sondern leider auch von Kindern und Jugendlichen. So geben gemäss einer im Jahr 2006 durchgeführten Befragung zum Gesundheitsverhalten von 11 bis 15-jährigen Schülerinnen und Schüler im Kanton St.Gallen 17 Prozent der befragten Schülerinnen und 15 Prozent der Schüler an, mindestens einmal in den letzten 30 Tagen vor der Befragung betrunken gewesen zu sein.

Dieser Trend zum Rauschtrinken stimmt aus verschiedenen Gründen nachdenklich: Einerseits ist es das immer tiefere Alter der Jugendlichen, andererseits die damit direkten schädigenden Auswirkungen auf die Gesundheit und Entwicklung der Kinder und Jugendlichen. Auch können die durch übermässigen Alkoholkonsum verursachten Unfälle, Gewaltausbrüche und Delinquenzen ebenfalls schwerwiegende Folgen haben. Je mehr Alkohol ein Kind frühzeitig und regelmässig in exzessiver Form – also bis zum Rausch – zu sich nimmt, desto grösser ist das Risiko, im Erwachsenenalter Alkoholprobleme zu entwickeln.

Massnahmenpaket erarbeitet
Die Minderung der alkoholbedingten Schäden zählt daher auch auf kantonaler Ebene zu den wichtigsten gesellschaftliche Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund hat die St.Galler Regierung ein durch das Gesundheitsdepartement erarbeitetes Massnahmenpaket für den Zeitraum 2010 - 2014 verabschiedet. Übergeordnete Zielsetzung dieses sogenannten Kantonalen Alkohol-Aktionsplans 2010 - 2014 ist eine Reduktion des Anteils der risikoreich Alkoholkonsumierenden auf deutlich weniger als 20 Prozent der St.Galler Bevölkerung. Ein spezielles Augenmerk wird dabei auf die Reduktion des Alkoholkonsums bei Kindern und Jugendlichen gerichtet.

Zur Erreichung dieser Zielsetzung schlägt der Aktionsplan Massnahmen auf verschiedenen Interventionsebenen vor: Zum einen auf Massnahmen zur Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz (Verhaltensprävention), wie der verstärkte Einsatz von bekannten Projekten wie "Freelance" im Schulbereich oder "cool and clean" im Sport. Zum anderen sollen auch gezielte Massnahmen der Verhältnisprävention, wie Vorschriften beim Jugendschutz oder Marktregulierungen zum Tragen kommen.

Dass Prävention wirkt und sich auch volkswirtschaftlich lohnt, zeigt eine kürzlich im Auftrag der Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren sowie des Bundesamtes für Gesundheit erarbeitete Studie der Zürcher Hochschule Winterthur und der Universität Neuchâtel: Der Nutzen ist für die Bevölkerung deutlich grösser als die Kosten für die Steuerzahlenden. Im Bereich der Alkoholprävention liegt der Nutzen – zum Beispiel durch die Reduktion von frühzeitigen Todesfällen – jedes investierten Präventionsfrankens bei 23 Franken, in der Tabakprävention sogar bei 41 Franken.

Zukünftige kantonale Alkoholpolitik
Der Kantonale Alkohol-Aktionsplan ist ein wichtiger Schritt für die künftige kantonale Alkoholpolitik. Das im Aktionsplan formulierte Massnahmenpaket tritt den heutigen Problemenstellungen im Zusammenhang mit übermässigem und risikoreichem Alkoholkonsum entgegen, setzt Grenzen und signalisiert die Haltung des Kantons zum Umgang mit alkoholischen Getränken. Die im Kantonalen Alkohol-Aktionsplan vorgeschlagenen Massnahmen müssen nunmehr konkretisiert und im Rahmen der dafür vorgesehenen politischen Entscheidungs- und Gesetzgebungsprozesse einzeln durch Regierung oder Kantonsrat genehmigt oder – soweit es sich um die Änderung oder Schaffung von gesetzlichen Bedingungen handelt – erlassen werden.

Sensibilisierung der Öffentlichkeit
Die Regierung ist sich bewusst, dass die angestrebte Reduktion des risikoreichen Alkoholkonsums – vor allem bei Kindern und Jugendlichen – nicht mit der blossen Deklaration einer Zielsetzung erreicht werden kann. Vielmehr sind dazu die konsequente Umsetzung bestehender und zukünftiger gesetzlicher Regelungen sowie der Einbezug und die Zusammenarbeit aller Beteiligten wie Politische Gemeinden, Eltern und Schule erforderlich.

Der Kantonale Alkohol-Aktionsplan 2010 – 2014 ist beim Gesundheitsdepartement des Kantons St.Gallen als Papierversion oder im Internet unter http://www.sg.ch/home/gesundheit/formulare_merkblaetter.html#Betaeubungs... neues Fenster als PDF-Datei kostenlos erhältlich.
(Quelle: Kanton St. Gallen)