Freitag, 10. Februar 2012

Juvente - Jugendabteilung der Guttempler in Deutschland

Statement zum Thema Mobbing

Mobbing ist ein allgegenwärtiges Thema, mit dem man sich in jeder sozialen Gruppe auseinander setzen muss. Insbesondere in der Schule gibt es fast immer „Außenseiter“, die von ihren Mitschülern traktiert werden. Dies gilt als „normal“ und oft wird den Opfern vorgeworfen, durch ihr Verhalten oder Aussehen aggressive Handlungen zu provozieren.

In Zeiten, in denen uns Nachrichten von Amokläufen und Gewalttaten an Schulen nahezu regelmäßig erreichen, muss die Frage aufgeworfen werden, wie diese Aggression in Kindern und Jugendlichen aufgebaut werden konnte. Bei der Entstehung von Aggressionen spielt Mobbing oft eine große Rolle.

Von Mobbing wird gesprochen, wenn eine Person wiederholt oder systematisch den direkten oder indirekten negativen Handlungen einer oder mehrerer Person(en) ausgesetzt ist (Alsaker, 2004, S. 18f.).
Negative Handlungen können physisch, verbal/nonverbal, aktiv/passiv oder direkt/indirekt erfolgen und beinhalten zum Beispiel alle körperlichen Berührungen, die von der betroffenen Person unerwünscht sind, Ausschluss aus einer Gruppe, Ignorieren, Beleidigen oder Gerüchte verbreiten.

Ziel der Täter ist es, sich in Form von Gütern oder Privilegien zu bereichern oder einen bestimmten Status in der Gruppe zu erreichen.

Juvente trägt – der Zielsetzung Frieden, Freundschaft, Unabhängigkeit folgend – durch ehrenamtliche Arbeit zur Gewaltprävention bei. Wir bieten Kindern und Jugendlichen eine drogenfreie Plattform, auf
der sie sich ungezwungen unter Gleichaltrigen bewegen und durch die Einbindung in Entscheidungsprozesseihr Demokratieverständnis schulen können. Außerdem werden sie animiert, Sachverhalte
differenziert und unvoreingenommen zu betrachten und sich eine eigene Meinung zu bilden. Dazu gehört auch ein offenes Menschenbild, welches insbesondere den Respekt vor Individualität beinhaltet und somit einen toleranten Umgang miteinander fördert.

Wir wollen junge Menschen in ihrer Persönlichkeitsentwicklung
hin zu mündigen, selbstbestimmten Bürgern unterstützen. Dabei ist Abstinenz von Drogen (zu denen Alkohol per Definition¹ auch zählt) für uns selbstverständlich.

Auf Basis der Menschen- und Kinderrechte werden Respekt, individuelle Unterschiede sowie Zivilcourage zu den grundlegenden Werten gezählt, die präventiv gegen Mobbing wirken. Diese finden sich auch in unserer Zielsetzung und in dem Lebensstil, den wir vertreten.

Um einen toleranten und respektvollen Umgang mit seinen Mitmenschen zu gewährleisten und mehr Toleranz und Respekt in der Gesellschaft zu erreichen,

  • fördert Juvente die Stärkung des Selbstvertrauens und Selbstwertgefühls sowie der sozialen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen, um Mobbing, Gewalt und Ausgrenzung vorzubeugen.
     
  • fordert Juvente die Förderung von Zivilcourage, indem bereits in Grundschulen das Thema "Mobbing" regelmäßig aufgegriffen wird. So können Kinder und Jugendliche frühzeitig und nachhaltig lernen, wie man mit entsprechenden Situationen umgeht, an wen man
    sich wenden und wie man eingreifen und Hilfe leisten kann ohne sich selbst zu gefährden. Des weiteren halten wir es für unerlässlich, dass insbesondere Erwachsene ihrer Vorbildfunktion gerecht werden.
¹ Definition laut WHO: “Eine Droge ist eine Substanz, die dem lebenden Organismus zugeführt, eine oder
mehrere seiner Funktionen zu verändern mag.”

© 2009 Juvente, Jugendabteilung der Guttempler in Deutschland
Juvente - Jugendabteilung der Guttempler in Deutschland

Hintergrund-Information:
Dieses Statement entstand in Zusammenarbeit mit Juvente Schweiz im Rahmen einer Arbeitsgruppe im gemeinsamen Winterlager 2009/2010 in Wila (CH), in deren Verlauf sich die teilnehmenden Jugendlichen intensiv mit dem Thema "Mobbing" auseinander setzten.

Juvente Schweiz setzt sich – wie auch Juvente Deutschland – für ein drogenfreies, also auch alkoholund nikotinfreies, unabhängiges Leben ein.

Ansprechpartnerin für Rückfragen:
Katharina Balmes (katharina@juvente.de)

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