Unbedenkliche Alkoholmengen gibt es nicht
Studie: Binge Drinking schadet nachhaltig dem Gedächtnis
Forscher der britischen Northumbria University haben nachgewiesen, dass Binge Drinking („Komasaufen“) die Gedächtnisleistung von Jugendlichen stark beeinflusst. Sie gehen davon aus, dass sie kognitive Fähigkeiten für ihr späteres Leben einbüßen.
Das „prospektive Gedächtnis“ ist dafür verantwortlich, Vorhaben zum rechten Zeitpunkt umzusetzen. Dazu zählen zum Beispiel das Einhalten von Terminen, die Einnahme vom Medikamenten oder eine Rechnung, pünktlich zu bezahlen. Es gehört zu den wichtigsten alltäglichen Gedächtnisfunktionen. Die Forscher untersuchten jetzt, ob es bei Teenagern, die Alkohol missbrauchen, beeinflusst wird.
Bei fünfzig Studenten wurden getestet, wie gut sie sich eine Folge von Aufgaben merken können: Es wurde ihnen ein 10-minütiges Video aus einem Einkaufsviertel gezeigt. Sie wurden daraufhin gebeten, bestimmte Anweisungen auszuführen, wenn sie einen der gezeigten Orte wiedererkennen.
21 der Studenten waren zuvor als „Komatrinker“ eingestuft worden, 29 Teilnehmer bildeten die Kontrollgruppe. Aus dem Teilnehmerfeld wurden Personen ausgeschlossen, die andere Substanzen (wie Marihuna oder Ecstasy) missbrauchten, oder innerhalb der letzten 48 Stunden getrunken hatten.
Die „Komatrinker“ zeigten bei dem Test deutlich schlechtere Leistungen: sie konnten Orte und Aufgaben viel seltener in Verbindung bringen als die Kontrollgruppe.
Noch sei nicht genau erforscht, welche Mechanismen der Beeinträchtigung von alltäglichen kognitiven Leistungen durch das Binge Drinking zu Grunde liegen, meint Dr. Tom Heffemann, Leiter der Studie. Es sei möglich, dass das exzessive Trinkverhalten die neurokognitive Entwicklung des Gehirns bei Teenagern störe. Es gibt immer mehr Anhaltspunkte, dass sich das Gehirn in diesem Alter noch erheblich in Entwicklung befindet und sich wichtige Strukturen und Funktionen erst herausbilden.
Wichtig sei, dass man erkenne, dass man keine unschädliche Alkohol-Höchstmenge für Jugendliche aussprechen kann. Die Studie spiegele keinen ungewöhnlich hohen Alkoholkonsum wieder, vielmehr sei es die Norm, dass in dieser Gruppe zwei- oder dreimal die Woche exzessiv getrunken wird.
Ein weiteres bedenkliches Ergebnis der Studie ist, dass die Jugendlichen selbst nicht wahrnehmen, dass ihre Gedächtnisleistung eingeschränkt ist; sie nehmen den Schaden nicht wahr den der Alkohol bereits angerichtet hat.
(Quelle: Northumbria University)
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