Donnerstag, 09. September 2010

Aus dem Polizeialltag:

Vergebliche Bruderhilfe nach Unfallflucht/ Einer will gefahren sein - der andere nicht/ Tatverdächtiger verletzt Arzt bei Blutentnahme

Mörfelden-Walldorf - Anzeigen gegen ein Brüderpaar wegen Widerstand gegen Polizeibeamte, Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung eines Arztes, Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss sowie Vortäuschung einer Straftat waren die Folgen eines Verkehrsunfalls am Samstag (6.3.) gegen 6.45 Uhr in der Vinsonstraße.

Ein 34 Jahre alter Autofahrer steht im dringenden Verdacht, dort im betrunkenen Zustand einen Unfall verursacht zu haben und danach geflüchtet zu sein. Bei dem Unfall entstand Blechschaden in Höhe von etwa 3700 Euro. Zeugen hatten sowohl das Nummernschild ablesen, als auch den Fahrer gut beschreiben können und die Polizei darüber informiert.

Die Beamten standen dann auch schnell vor der Wohnungstür des 34-Jährigen in Walldorf - klingelten jedoch vergeblich. Der Bewohner weigerte sich die Tür zu öffnen, worauf sich die Polizisten auf richterliche Anordnung und mit einem Schlüsseldienst Zutritt in die Wohnung verschafften. Sie nahmen den um sich schlagenden Tatverdächtigen mit zur Wache. Dort beleidigte und bedrohte der Mann den behandelnden Arzt bei der Blutentnahme und schlug nach ihm. Der Doktor zog sich dabei eine leichte Verletzung zu.

Für die Polizei unerwartet erschien am späteren Vormittag der Bruder des 34-Jährigen und erzählte, dass er den Unfall verursacht habe. Der 28 Jahre alte Mann war für diese Aussage mit einem Wagen bei der Dienststelle vorgefahren. Die Beamten stellten bei ihm zwar keinen Alkohol im Blut fest, dafür verlief allerdings der Drogentest positiv.

Gegen ihn erstatteten die Ordnungshüter nun Anzeige wegen des Fahrens unter Drogeneinfluss und des Verdachts der Vortäuschung einer Straftat. Wer von den beiden Brüdern nun wirklich den Unfall verursacht hat, werden die weiteren Ermittlungen ergeben.
(Quelle: Polizeipräsidium Polizeipräsidium Südhessen)