Freitag, 10. Februar 2012

Amerikanische Studie

Viele Anti-Alkohol-Kampagnen verfehlen nicht nur ihr Ziel, sie regen sogar zum Trinken an

Dass Anti-Alkohol-Kampagnen und Präventionskampagnen, die den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol propagieren und dabei auf Scham- und Schuldgefühle setzen, wenig Erfolg zeigen, ist unter Fachleuten unumstritten. Dass sie zum Trinken anspornen, ist jedoch eine neue Erkenntnis.

Zu diesem Ergebnis kam eine Untersuchung der „Kelley School of Business“, einer Universität im US-Bundesstaat Indiana. Die Forscher haben in der Studie festgestellt, dass nicht nur das erwünschte Ziel verfehlt wird, sondern sogar ein immanenter Nachahmungstrieb ausgelöst wird, der den Jugendlichen ermöglicht, sich selbst von den ernsthaften Folgen des sorglosen Alkoholkonsums zu distanzieren. Diejenigen, die bereits Erfahrungen mit der Materie gemacht haben, bekommen das Gefühl, dass die negativen Folgen des Alkoholkonsums nur „den Anderen“ zustoßen.

Mediale Kampagnen, die gegen Alkohol oder für verantwortungsvollen Konsum sensibilisieren sollen, sind seit einiger Zeit die Präventionsmaßnahme erster Wahl von Gesundheitsbehörden und Non-Profit-Organisationen, aber auch der Alkoholindustrie.

„Die öffentlichen Gesundheitsbehörden und Marketingfirmen wenden beachtliche Mühe und viel Geld für diese Kampagnen auf, befürchten aber schon länger, dass sie weniger wirkungsvoll sind als erhofft,“ sagte Adam Duhachek, Professor für Marketing und Co-Autor der Studie. „Aber die Situation ist schlimmer, als dass nur Mühe und Geld verschwendet wird. Diese Kampagnen schaden letztendlich mehr als sie nützen, denn sie fördern ein Verhalten, dass sie verhindern wollen.“
(Quelle: Medical News Today)

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