Sozialminister Stefan Grüttner: Wir müssen alle Verantwortung für einen maßvollen Alkoholkonsum übernehmen

Zirka 100.000 Menschen in Hessen sind alkoholabhängig

Erwachsene und Jugendliche für einen maßvollen Alkoholkonsum zu gewinnen, ist das Hauptziel der bundesweiten Aktionswoche 2011 „Alkohol? Weniger ist besser!“, die vom 21. bis 29. Mai 2011 stattfindet. Rund 9,5 Millionen Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol auf riskante Weise, davon sind etwa 1,3 Millionen abhängig. Weltweit belegt Deutschland beim Alkoholkonsum den 5. Platz. „In Hessen konsumieren in der Altersgruppe von 18 bis 64 Jahren etwa 700.000 Menschen Alkohol in gesundheitlich riskanter Weise.

Davon trinken 150.000 missbräuchlich, mit zum Teil gravierenden Folgen, wie zum Beispiel Verkehrsunfällen, Verletzungen, Gewalttaten, Leberschäden oder Krebserkrankungen. Zirka 100.000 Menschen sind in Hessen alkoholabhängig“, erklärte der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner heute anlässlich der morgen beginnenden Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“. „Erwachsene sind dabei für Jugendliche oft ein schlechtes Vorbild. Das Thema Alkohol geht uns alle an – wir alle müssen Verantwortung für einen maßvollen Alkoholkonsum übernehmen.“

„Gerade für Kinder und Jugendliche ist das Vorbildverhalten der Erwachsenen im Umgang mit Alkohol eine wichtige suchtpräventive Komponente“, betonte auch Wolfgang Schmidt-Rosengarten, Geschäftsführer der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS).

„Effektive Suchtprävention kann nur gelingen, wenn individuelle und strukturelle Maßnahmen parallel durchgeführt werden“, so Sozialminister Grüttner weiter. „Mit dem Projekt ‚HaLT – Hart am Limit‘ bieten wir bereits eine Kombination aus individueller Unterstützung für Jugendliche und struktureller kommunaler Alkoholprävention an. Das Projekt trägt dazu bei, dass Kinder und Jugendliche lernen, mit Alkohol verantwortungsbewusst umzugehen. So können Alkoholvergiftungen und eine mögliche spätere Alkoholabhängigkeit mit weiteren Folgeerkrankungen vermieden werden können.“ „HaLT – Hart am Limit“ ist ein Projekt, das spezielle Hilfen für Kinder und Jugendliche anbietet, die nach exzessivem Trinken mit einer Alkoholvergiftung in einer Klinik aufgenommen werden müssen. Das Projekt besteht aus zwei Bausteinen. Zum einen findet eine frühzeitige Intervention bei auffällig gewordenen Kindern und Jugendlichen statt. Zum anderen sollen auf lokaler Ebene verschiedene Aufklärungskampagnen und Präventionsmaßnahmen für Thema Alkohol sensibilisieren. Jugendliche, Eltern sowie die Öffentlichkeit sollen auf einen verantwortungsbewussten Umgang mit Alkohol aufmerksam gemacht und zur konsequenten Umsetzung des Jugendschutzgesetzes in Gaststätten, Einzelhandel und bei öffentlichen Veranstaltungen beigetragen werden. Hessen ist das erste Bundesland, das sich mit allen Krankenkassen über die Finanzierungsgrundlagen für eine langfristige Installierung des Projekts „HaLT – Hart am Limit“ geeinigt hat. Das Land wird darüber hinaus alle Landkreise und kreisfreien Städte, die dieses Projekt bei sich vor Ort umsetzen, drei Jahre lang mit einer jährlichen Anschubfinanzierung in Höhe von 7.500 Euro unterstützen.

Im Rahmen der Aktionswoche „Alkohol? Weniger ist besser!“ werden in Hessen über 70 Veranstaltungen stattfinden. Die hessische Auftaktveranstaltung am Montag, 23. Mai, im Hessischen Landtag wird der Hessische Sozialminister Stefan Grüttner eröffnen. In der Auftaktveranstaltung, die das Hessische Sozialministerium gemeinsam mit der HLS veranstaltet, werden sich zirka 150 Experten aus Kommunen, der Politik und der Suchthilfe sowie von Verkehrsbetrieben und der Polizei mit dem Thema „Exzessiver Alkoholkonsum im öffentlichen Raum – Auswirkungen und Reaktionen“ beschäftigen. Das Tagungsprogramm kann auf der Homepage der HLS (www.hls-online.org ) eingesehen werden. Weitere Termine und Themen im Rahmen der Aktionswoche stehen im Internet unter www.aktionswoche-alkohol.de .
(Quelle: Hessisches Sozialministerium)